Die Unterfunktion der Schilddrüse ist ein häufiges Krankheitsbild. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Auch wenn die Diagnose für Sie möglicherweise ein Schock war: Eine Schilddrüsen-Unterfunktion kann in der Regel gut behandelt werden und meist braucht es dafür nur eine kleine Tablette, die Sie einmal täglich einnehmen.
Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes liegt. Sie sieht ein bisschen wie ein Schmetterling aus. Das Hormon, das sie produziert, regelt unter anderem die Stoffwechselaktivität des Körpers. Eigentlich sind es zwei Hormone, die T3 und T4 heißen. Wenn die Schilddrüse zu wenig von diesen Hormonen produziert, spricht man von einer Unterfunktion.
Wenn zu wenig Schilddrüsenhormone produziert werden, laufen Stoffwechselprozesse im Körper langsamer ab. Einige der typischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion hängen damit zusammen:
Dazu können noch diese Symptome auftreten:
Die beiden Hormone T3 und T4 können im Blut bestimmt werden. Diese Bestimmung veranlasst Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn es Hinweise auf eine Unterfunktion gibt. Hinweise sind vor allem die oben beschriebenen Symptome oder die Veränderung eines anderen Blutwertes, des so genannten TSH-Wertes. Das TSH wird häufig auch im Rahmen der Gesunden-Untersuchung bestimmt.
Die Behandlung erfolgt, in dem man einmal Tag eine Tablette mit dem Wirkstoff Levothyroxin (auch: L-Thyroxin) einnimmt, die dem natürlichen Schilddrüsenhormon entspricht. Eigentlich eine sehr unkomplizierte Sache, manchmal müssen Arzt bzw. Ärztin und Patient:in allerdings ein bisschen herumprobieren, bis sie die richtige Dosis gefunden haben. Dazu wird etwa 6 Wochen nach Start der Behandlung nochmal eine Blutabnahme gemacht, um zu überprüfen, ob die Hormone im gesunden Bereich liegen. Bis sich das alles eingespielt hat, dauert es üblicherweise 2-3 Monate. Sie selbst merken möglicherweise auch, bei welcher Dosis Sie sich wohlfühlen.
Ich empfehle Ihnen jedenfalls, dass Sie Änderungen der Dosis unbedingt immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abstimmen!
Wenn Sie schwanger sind und aufgrund einer Schilddrüsen-Unterfunktion Tabletten nehmen müssen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Es kann sein, dass Sie während der Schwangerschaft eine höhere Dosis benötigen. Sie sollten auch einmal im Trimester Ihre Schilddrüsen-Hormone überprüfen lassen.
Viele Patient:innen mit einer Unterfunktion der Schilddrüse entwickeln mit der Zeit ein recht gutes Gefühl dafür, ob sie die für sie passende Medikamenten-Dosis angepasst werden. Gibt es Beschwerden, die auf eine Unter- oder Überdosierung hinweisen, kann gemeinsam mit dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin die Dosis angepasst werden.
Kann als Ihre erste ärztliche Anlaufstelle auf Basis der typischen Beschwerden eine Verdachtsdiagnose stellen und dann zur genauen Abklärung eine Blutabnahme und eventuell eine Ultraschalluntersuchung veranlassen. Er bzw. sie kann auch die Therapie einleiten und die Kontrolluntersuchungen durchführen.
Kann zusätzlich in Spiel kommen – vor allem dann, wenn die Ursache der Schilddrüsen-Unterfunktion in einer Fehlsteuerung durch bestimme Zentren im Gehirn liegt
Bei einer stark vergrößerten Schilddrüse, die bereits eine Einengung im Halsbereich verursacht oder bei einer unkontrollierbaren Hormonproduktion kann eine Operation durch einen Facharzt bzw. eine Fachärztin für Chirurgie notwendig sein. Dabei wird die krankhaft veränderte Schilddrüse oder ein Teil davon entfernt.
Ihre Apotheke ist wie immer ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um die richtige Einnahme der Medikamente oder mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln geht.
Ist meist bei einer nuklearmedizinischen Abteilung angesiedelt und kann alle notwendigen Untersuchungen und Therapien durchführen, um die genaue Ursache der Unterfunktion zu bestimmen. Dazu zählt auch die so genannte Szintigrafie, bei der sich eine über die Vene injizierte, schwach radioaktive Substanz in der Schilddrüse anreichert, je nach Art der Veränderung stärker oder schwächer. Manchmal ist es auch notwendig, eine Zellprobe aus dem veränderten Bereich der Schilddrüse zu entnehmen – man nennt das eine Punktion - und diese dann zu untersuchen.





