Das freie Wort

Kein Mensch wird gezwungen, Fleisch aus Südamerika zu kaufen!

Ob es uns gefällt oder nicht: Österreichs Wirtschaft ist vom Export hochwertiger Industrieprodukte abhängig und damit auf internationale Freihandelsabkommen angewiesen. Eine florierende Exportwirtschaft ist für die Finanzierung unserer Sozialleistungen (die im internationalen Vergleich noch immer herausragend sind), unserer Gesundheitsversorgung und auch unserer Pensionen lebenswichtig. Der boomende Tourismus allein wird uns nicht retten. Auch wenn wir aus ganz Österreich ein Disneyland machen, kann dieser Bereich die Einbrüche in der industriellen Exportwirtschaft, auch hervorgerufen durch den verhaltensauffälligen Herrn jenseits des großen Teichs, nie und nimmer auffangen. Aber kein Mensch, weder in der EU noch hier in Österreich, wird gezwungen, landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Südamerika zu kaufen. Viele sind jetzt furchtbar empört, dass das Mercosurabkommen nach 25 Jahren Verhandlung nun anscheinend doch noch unterzeichnet werden soll. Leider hören die Tierliebe, der Patriotismus und die Bevorzugung heimischer Produkte bei den meisten Landsleuten jedoch beim Geldbörsl auf. Da wird zur billigen Gans oder Pute aus der ungarischen Massentierhaltung gegriffen, das billige Schnitzel kommt aus Polen, die günstigste Milch von Kühen aus Ostdeutschland, die noch nie eine Wiese gesehen haben, und wo das Grillhendl vom Zeltfest herkommt, ist den meisten doch auch so was von egal. Frage: Wo bleibt denn da die Unterstützung unserer heimischen Landwirte? Da werden Zehntausende Kälber aus Holland und anderen EU-Ländern auf grausamste Weise ins Land gekarrt, obwohl unsere Landwirte den inländischen Bedarf locker decken könnten. Das ist schon daraus ersichtlich, dass wiederum Zehntausende heimische Tiere exportiert werden. Es ist nun leider so, dass sich die Weltlage immer mehr zuspitzt, dass die USA unter Trump und China unter Xi Jinping einen Handelskrieg gegen die EU führen, diese immer mehr ins Abseits gedrängt wird, zunehmend das Recht des Stärkeren gilt und die EU, wenn sie sich nicht neue Partner und Handelspartner sucht, dazwischen zerrieben werden wird. Im Osten droht Putin, aus Afrika werden noch mehr Flüchtlinge zu uns kommen, da sich die USA aus fast allen humanitären internationalen Hilfsprojekten zurückziehen und damit das Elend dort noch vergrößert wird.

Susanne Freigassner-Riederer, per E-Mail

Erschienen am So, 11.1.2026

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