Kammerpräsident Mahrer geht zu Recht – und lässt dabei Unverständnis und Widerwillen erkennen. Über seine persönlichen Fehler hinaus muss man jedoch klar feststellen, dass es hier um weit mehr als persönliche Verfehlungen geht. Vielmehr tritt ein strukturelles Grundproblem zutage: Föderale Strukturen mit mehr als 700 Körperschaften innerhalb der Kammerorganisation sind ein Anachronismus sondergleichen. Die Pflichtmitgliedschaft ist ein Klotz am Bein, der in einer modernen, freien Wirtschaft längst beseitigt hätte werden müssen. In einer Leistungsgesellschaft sollte ausschließlich die Qualität der Leistung zählen – also das Bemühen um Mitglieder auf freiwilliger Basis, die darin einen klaren Nutzen erkennen. Abschließend sei nochmals der negative Einfluss des Föderalismus erwähnt, der uns allen gesamtstaatlich betrachtet noch weitaus mehr kostet, als gemeinhin wahrgenommen wird. Dennoch wird dieses System weiterhin als sakrosanktes Übel hingenommen.
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