Wenn man die Schlagzeilen rund um den Elch „Emil“ verfolgt, reibt man sich verwundert die Augen: Feuerwehrleute stellen Wasserkübel auf, Menschen laufen ihm hinterher, nur um sich auf Social Media in Szene zu setzen. Die wichtigste Bahnverbindung Österreichs wird sogar eingestellt, Hunderte Fahrgäste warten – nur weil ein Elch sich neben den Gleisen schlafen legt. Da stellt sich die Frage: Wer übernimmt hier Verantwortung? Wo sind Naturschutzorganisationen, Tierschützer, Jagdverbände? Niemand scheint auf die naheliegende Idee zu kommen, Emil mit einem Betäubungsgewehr einzufangen, ihn nach einem tierärztlichen Check und entsprechender Versorgung in ein geeignetes Habitat zu bringen – etwa ins Wald- oder Mühlviertel, wo er Anschluss an eine Population finden könnte, ohne zuvor durch eine Hauptstadt oder über Österreichs Hauptverkehrsadern wandern zu müssen. Stattdessen herrscht Hysterie. Zuständigkeiten werden hin- und hergeschoben, während das Tier orientierungslos durch die Landschaft irrt und zugleich Menschen gefährdet. „Österreich hat diesen „Elchtest“ offensichtlich nicht bestanden. Noch schlimmer: Mit jedem Bericht zeigt sich, wie sehr unser sprichwörtlicher Hausverstand verloren gegangen ist. Wir reden von bester Ausbildung, modernster Organisation und der teuersten wie angeblich besten Regierung aller Zeiten – doch wenn es um eine einfache, praktische Lösung geht, herrscht Ratlosigkeit. Am Ende bleibt ein verunsicherter Elch – und ein Land, das nicht weiß, wie es mit ihm umgehen soll.
Martin Steinbichler, Ottnang am H.
Erschienen am Di, 9.9.2025
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