Das Handy als Kommunikationsmittel und Arbeitstool ist nicht mehr wegzudenken. Sich verschiedener Apps zu bedienen, ist nötig und vorteilhaft, erleichtert und bereichert den Alltag. Der Bahnsteig als repräsentativer Ort für viele Bereiche des täglichen Lebens. Von zehn Wartenden sind neun auf ihr Smartphone fokussiert. Etliche von ihnen haben per Ohrenstöpsel oder Kopfhörer auch die akustische Umgebung ausgeblendet. Mein lautes, ambitioniertes „Guten Morgen!“ wird sogar von einigen wenigen erwidert. Im Zug das gleiche Szenario der „Abgegrenztheit“, Vereinzelung und Isolation. Alle so unangenehm still. Als lebensfrohe, kommunikative Person frage ich mich: Bin ich ohne Handy in der Hand innerhalb weniger Jahre auf unserem Planeten zum Außerirdischen, zum Alien, zu einem fremdartigen Wesen einer anderen Galaxie geworden? Als gäbe es nichts anderes (mehr). Allüberall steter, krankhafter Smartphonegebrauch. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, getrieben von Telefonie-, Info-, Spiel- und Gaming-Besessenheit. Bedingungslos ausgeliefert virtuellen, von Algorithmen und KI generierten Geistlosigkeiten und Fakes, nach oberflächlichen Feedbackinstrumentarien wie Emojis oder Likes lechzend. Gleichsam am Futtertrog der sozialen Medien festgenagelt, welche gnadenlos mittels asozialer toxischer Mechanismen vielversprechende, natürliche persönlichkeits- und gesellschaftstaugliche Tugenden des Individuums, schleichend zu unterwandern suchen. Bewusst emotionales Anfüttern, um Suchtverhalten zu erwirken. Entfremdung und totale Abhängigkeit des Konsumenten als vorrangige Ziele, um Vertraut- und Verbundenheit unter uns Menschen zu erodieren. Um letztlich eine versklavte, orientierungslose Gesellschaft beliebig fernzusteuern. Wir dürfen diesem menschen- und lebensverachtenden Phänomen nicht länger resignativ begegnen. Das Handyverbot in Pflichtschulen ist wichtig, ein erstes bildungspolitisches Signal, wenn auch nur zögerlicher Schritt. Es gilt, wenigstens Kinder und Jugendliche von der pervertierten, hoch manipulativen Pseudowelt bestimmter Plattformen und Kanäle fernzuhalten. Sie weiterhin ungeschützt diesen auszusetzen, kommt einem „Unterlassen der Hilfeleistung“ gleich. Ist somit hand(y)fester gesellschaftspolitischer Skandal!
Sepp Schnöll, Lehrer, Kuchl
Erschienen am Sa, 12.7.2025
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