Das freie Wort

Umbrüche und Reformen statt Verwöhnprogramm

Ob sie wollen oder nicht, FPÖ und ÖVP sind nun verdammt zu liefern und die während 39 Jahren ÖVP-Regierung merklich mitverursachte astronomische Staatsverschuldung von aktuell 400 Milliarden Euro durch Ausgabenreduktion deutlich zu minimieren. Allerdings, laut Neos, ist nicht nur die SPÖ, sondern auch die ÖVP alles andere als reformwillig. Um das Land zu retten, sind tiefgreifende Umbrüche, Reformen im Steuer-, Verwaltungs-, Pensions-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Bildungsbereich absolutes Muss. Im irrwitzig überzogenen Wohlfahrtsstaat ist Verwöhnen und Verhätscheln zur ultimativen Prämisse, zum politischen Verständnis, zum Lebensmotto geworden. Ein System, das Konzerne, Superreiche, Magnaten, Banken, politische Parteien, Kammern, Gewerkschaften, Arbeitslose, Arbeitsunwillige, Asylwerber, integrationsunwillige Menschen und irreguläre Migranten überbehütet. Und verzärtelt, von vorne bis hinten bedient, mit Samthandschuhen anfasst, den Menschen im Lande gleichsam alles monetär-subsidiarisch erleichtert, ohne die adäquate Gegenleistung einzufordern, ist kontraproduktiv, führt sich selbst ad absurdum. Durch Verhätscheltwerden wird Menschen Resilienz, Inspiration und der Antrieb, für sich selbst zu sorgen, gleichsam abgewöhnt. Träg- und Faulheit, Aufgabe der Selbstverantwortung und vermehrt soziales Hängemattendasein sind die Folge. Auch das trendige Unwort Work-Life-Balance steht für den Schwachsinn des Verwöhnphänomens. Ergo ab sofort auf Stiftungen Superreicher und Magnaten, von Abgaben verschonte Kapitaldepots, steuerlich zugreifen. Nationalrat verkleinern, Bundesrat abschaffen. Exorbitant hohe Parteienförderung merklich senken. Hunderte Lobbyisten, Einsager und Experten in die Wüste schicken. Nur eine Kammer und eine Gewerkschaft für alle. Einheitliche Gesetze für alle neun Länderverwaltungen. Staatliches Verwöhnprogramm beenden, um Budgetkonsolidierung und Wiederherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs anzupeilen. Jetzt können Widerling Kickl und seine Entourage zeigen, ob sie mehr können, als gegen alles sein, als heftige Bierzeltsprüche zu klopfen, als zu intrigieren und um jeden Preis bei jeder Gelegenheit vorsätzlich das Wahlvolk zu spalten. Versteht es die ÖVP in der kommenden Legislaturperiode noch immer nicht, das einfache Wahlvolk ernst zu nehmen, ist ihr der Status einer Kleinstpartei für die kommenden Jahrzehnte sicher.

Sepp Schnöll, Lehrer, Kuchl

Erschienen am Fr, 17.1.2025

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
10.5.2026Datum auswählen
Aufrüstung trotz Sparpaket
Die Geschichte der Nachkriegszeit war international vom Kalten Krieg geprägt. Damals schuf man die beiden Militärblöcke NATO und Warschauer Pakt. ...
Mag. Anton Bürger
Selig sind die Friedensstifter
Der aus den Vereinigten Staaten stammende Papst Leo XIV. empfing US-Außenminister Rubio, der die verbalen Ausreißer seines Chefs Donald Trump wieder ...
Josef Blank
1,3 Mio. Menschen bleibt weniger
Die neu geplanten Sozialabgaben machen mich sehr wütend, wenn man den jährlichen Verlust bei den Gehältern sieht. Während bei 1600 € brutto ein Minus ...
Georg Culetto
Löhne schrumpfen
Das Sparpaket lässt Löhne und die Pensionen der Zukunft schrumpfen. Damit macht die Regierung aus dem Ausgaben- ein Einnahmenproblem. Weniger ...
Johannes Dornhofer
Mehr Österreicher verdienen weniger
Nicht nur Pensionisten verdienen von Jahr zu Jahr weniger, auch 1,3 Mio. Bürger verdienen künftig weit weniger. Grund sind die Sparmaßnahmen der ...
Paul Glattauer
EU-Agrarförderung
Ein Clan der reichsten Familie der Welt in den Vereinigten Arabischen Emiraten besitzt in der EU Agrarflächen in der Gesamtgröße des Landes Kärnten. ...
Heinrich Nowak
Gedenken zum 8. Mai
Bei der groß zelebrierten Erinnerung an die Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai wird gerne übersehen, wem wir diese Befreiung zu verdanken ...
Franz Heresch
Steuererhöhungen
Wann werden wir Pensionisten einmal auf die Straße gehen und demonstrieren? Los geht's, alle anderen gehen wegen jedem Furz auf die Straße. Was ist ...
Herbert Rantschl
Postenschacher
Herr Mölzer sollte an die Zeit erinnert werden, in der die FPÖ in der Regierung war und noch heute in den Ländern und Gemeinden beteiligt ist. Da ...
Leopold Kummer
Zum Leserbrief: „Wie viele Tote noch?“
Zum Leserbrief von Herrn Fischer aus Krems. Brauchen wir wirklich für alles ein Gesetz oder eine Pflicht? Gibt es keinen normalen Hausverstand mehr, ...
Helga Memmer
Brandmauern
Um Regierungsbeteiligungen der in der Wählergunst stetig zulegenden rechten Oppositionsparteien AfD und FPÖ zu verhindern, haben die deutsche ...
Herwig Sembol
Teure Pensionisten?
Die Debatte greift zu kurz. Kaum ein Thema wird in Österreich so regelmäßig diskutiert wie das Pensionssystem. Seit Jahrzehnten wird reformiert, ...
Manfred Kendlbacher
Hantavirus
Interessant, kürzlich hieß es, das Hantavirus ist nicht zu vergleichen mit Corona. In Argentinien haben sich die Hantavirus-Zahlen angeblich schon ...
Annemarie Senz
Gäbe es Engel auf Erden
Gäbe es Engel auf Erden, Mütter könnten es werden. Des Nächtens am Bettchen wachen, mit dem Kindlein übermütig lachen. Zarte Gefühle und Liebe ...
Christa Katharina Dallinger
Für unsere Mutter
Denk’ ich an uns're Mutter, dann denk’ ich an zu Haus, sie hält die Türe offen, für uns, tagein, tagaus. Schau ich in ihre Augen, dann sehe ich ein ...
Franz Trainacher
Bauernopfer
Unseren Bauern geht es nicht mehr so gut, deshalb haben schon viele aufgehört, weil es sich nicht mehr rentiert. Dabei sollte gerade auf unsere ...
Annelies Lessacher
Wo bleibt der Aufschrei?
Wo bleibt der Aufschrei der Seniorenvertreter im Wiener Gemeinderat? Die Fahrscheinpreise der Wiener Linien für Senioren wurden um 100% angehoben. ...
Oswald Walser
MwSt.-Änderung
Ich lese gerade den nächsten Geistesblitz der Regierung. Eine Wurstsemmel kostet 10% MwSt. Wenn ich Wurst und Semmel extra kaufe, ist die Semmel mit ...
Fritz Hiersche
Europatag
Der Artikel von Frau Bischofberger ist wieder optimal. Zum letzten Absatz möchte ich aber festhalten, dass die EU sich selber schlechtredet. Wenn man ...
Bernhard Sigmund
Ungewissheit
Genauso kommt es, wie Frau Trost in der Kolumne „Ungewissheit“ schreibt. Das ganze Kriegsdesaster im Iran mit Zerstörung, Tod und ...
Heinz Vielgrader
Umfrage-Schock
Manche Medien sprechen von einem Umfrage-Schock, weil die Regierung aus drei Parteien keine Mehrheit mehr hat. Wenn man sich aber anschaut, wofür die ...
Leopold Rapp
Shrinkflation
Natürlich geht diese weiter. Z. B. beim Wurstsalat eines Supermarkts. Bisher gab es die Eigenmarke mit 400 g um 1,99 €. Jetzt heißt sie anders und ...
Johann Janosik
Weltkrieg
Wie man hört, feiert Russland das Ende des Zweiten Weltkriegs und führt seit Jahren selbst Krieg. Da darf man sich schon fragen, ob bei so manchen ...
Inge Schreiber Schwechat
Die Wirtschaft verliert Millionen
S. g. Herr Glattauer! Danke, dass Sie in Ihrem Leserbrief kürzlich das Thema angeschnitten haben. Sie haben recht. Wir müssen ständig für die Ukraine ...
Dr. Christine Sperl

Voriger Tag
10.5.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung