Das freie Wort

Kein Interesse an billigem Öl

Wer derzeit hofft, dass der Anstieg des Rohölpreises durch welche Maßnahmen auch immer beendet wird, hat den Markt nicht verstanden. Versetzen wir uns einmal kurz in die Lage der Börsenspekulanten, die jahrelang ihr Kapital in Ölaktien parkten und hinnehmen mussten, dass der Ölpreis bei rund 60 Dollar je Barrel stagnierte. Nun endlich gibt es einen mehr oder weniger plausiblen Grund, weshalb Investitionen in Öl riesige Gewinne abwerfen werden. Ein Anstieg bis 120 Dollar je Barrel wäre da nicht unmöglich. Als größte Erdöl-fördernde Nation der Welt, was die USA derzeit nun einmal sind, kann kein ehrliches Interesse vonseiten der US-Regierung bestehen, den Kurs umzukehren. Folglich muss der Iran-Konflikt so lange wie möglich am Laufen gehalten werden. Wie leicht dabei Konsumenten, aber auch Investoren selbst manipulierbar sind, kann verstanden werden, sobald einem bewusst wird, dass durch die Straße von Hormus lediglich 20 Prozent des weltweit geförderten Rohöls verfrachtet werden müssen. Was folgt, sind höhere Steuereinnahmen der Staaten, die sich schon bisher ihre Budgets durch Steuern auf Energie finanzierten. Darunter natürlich auch das kleine Österreich. Endlich gibt es handfeste Ausreden für hohe Inflationsraten. Wen kümmert es schon, wenn sich das gemeine Volk in nächster Zeit noch weniger wird leisten können. Nun ist Erntezeit für die, die vom hohen Ölpreis profitieren. Selbst Russland kann in Wahrheit die Lage im Nahen Osten nur begrüßen. Der Ölpreis ermöglicht nun auch ein Weiterführen des Ukrainekrieges.

Franz Wilding, Rutzendorf

Erschienen am Fr, 6.3.2026

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