Das freie Wort

Artgerechte Haltung

Was ist eigentlich los in den mit dem AMA-Gütesiegel „ausgezeichneten“ landwirtschaftlichen Betrieben, die Nutztiere halten? Wenn man in Supermärkten Fleisch mit dem AMA-Gütesiegel kauft, vertraut man darauf, dass es aus guter Tierhaltung stammt, zumindest dass die Tiere ohne Stress und mit genügend Platz für jedes Tier gehalten werden. Man kann halt nicht jedes Schwein in einem mit Stroh eingestreuten Stall halten, was für Schweine ideal wäre und auch bereits in einigen wenigen Vorzeigebetrieben schon praktiziert wird. Aber zumindest kann man verlangen, dass die Ställe trockene Ruhebereiche – idealerweise ohne Vollspaltenböden – aufweisen. Bilder, auf denen fast jedes Tier blutende Hautverletzungen aufweist, manche an einem Bruch leiden und schlimmstenfalls sogar von den Artgenossen angeknabbert werden – nicht aus Hunger, sondern mangels Beschäftigungsmöglichkeiten –, sind kaum zu ertragen. Wer kann den Kunden garantieren, dass er im Supermarkt kein Fleisch von solchen gequälten Tieren angeboten bekommt? Es gehören regelmäßige Kontrollen in engen Abständen her. Tierschutzorganisationen machen sich die Mühe und scheuen nicht davor zurück, in einzelnen Betrieben Nachschau zu halten und fotografisch Beweisdokumente anzufertigen. Das ist leider die Ausnahme von der Regel. Man muss sich immer vor Augen halten: Auch Nutztiere haben das Recht, artgerecht gehalten zu werden, schließlich ist ihr Leben nur kurz, und sie dienen letztendlich unserer Ernährung.

Elisabeth Grill, per E-Mail

Erschienen am So, 3.3.2024

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