Das freie Wort

Gedanken zum Nationalfeiertag

Es gibt Politiker, die verwechseln Patriotismus mit Nationalismus, den sie nicht wollen und daher bekämpfen, weil sie angeblich „glühende Europäer“ sind! Das sieht dann so aus, als ob sie sich für ein österreichisches Nationalgefühl schämen würden. Aber trotzdem wollen wir unser österreichisches Volk (lat.: natio) wenigstens an einem Tag im Jahr – nämlich am Nationalfeiertag – feiern dürfen. Dieser Tag ist zum Gedenken an den freiwilligen Beschluss unserer immerwährenden Neutralität hervorgegangen. Zunächst feierte man diesen Tag als „Tag der Fahne“, später erst als Nationalfeiertag, außerdem erinnert uns dieser Tag an den endgültigen Abzug der Besatzungssoldaten. Bitte lesen Sie dazu auch den Gesetzestext im BGBl.Nr.211/1955 vom 4. November 1955. Gerade diese Neutralität ist vielen Protagonisten unserer derzeitigen Politikergeneration nicht mehr gut genug (NATO-Annäherung!), weil sie einfach keinen Bezug haben zum Kampf der Nachkriegspolitiker (Raab, Schärf, Figl, Kreisky) um diesen Staatsvertrag und um die dazugehörige Neutralität unseres Vaterlandes. Die derzeitigen Akteure sind alle vielfach weit nach diesem Datum (15. 5. 1955 und 26. 10. 1955) geboren und „Geschichte dürften sie wohl auch nicht viel gelernt haben“ (Zitat: Kreisky)! Gerade der Nationalfeiertag sollte uns auch erinnern, dass Österreich als eigener Staat – nämlich als Zweite Republik Österreich – wiedererstanden ist, nachdem es von 1938 bis 1945 „ausgelöscht“ und im Deutschen Reich integriert war. Gott sei Dank fühlen sich auch heute noch viele Österreicher als ein eigener neutraler Nationalstaat und nicht als eine EU-Region der „Vereinigten Staaten von Europa“! Ein Jahr nach dem „Neutralitätsgesetz“ sollte unsere Angst aus der Besatzungszeit wieder voll aufleben, denn der Ungarnaufstand und vor allem dessen Niederschlagung durch sowjetische Panzer hat uns wieder das Fürchten gelehrt. Zumal eine mögliche Verfolgung von Ungarnflüchtlingen durch Sowjettruppen eine zusätzliche Gefahr darstellte. Zu frisch war noch die Erinnerung an die sowjetische Besatzungszeit vor allem im Osten Österreichs. Und noch ein Gedanke: Mit der Abstimmung zum EU-Beitritt Österreichs haben wir weder die Neutralität noch unsere Souveränität aufgegeben! Liebe junge Leser, aber auch liebe junge Politiker, wenn ihr diese Zeit auch nicht bewusst miterlebt habt, glaubt uns etwas Älteren und verspielt niemals diese schwer erkämpfte Freiheit! Wir Österreicher müssen nicht überall „mitlaufen“ und unseren Kren dazugeben. Bitte, spielt nicht mit dem Feuer! Sanktionen gegen Russland – auch wenn sie von den USA via EU und NATO befohlen wurden – stehen uns überhaupt nicht zu und sollten daher von Österreich ehestens – notfalls auch einseitig – beendet werden! Liebe Politiker, alles andere ist Solidarität am falschen Platz!

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am Mi, 26.10.2022

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