Ich mag nicht schweigend hinnehmen, dass angesichts der menschlichen Tragödien in Afghanistan bei uns noch über die Möglichkeit weiterer Abschiebungen diskutiert wird. Wo bleibt der solidarische Aufschrei von Frauen und Politikerinnen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Menschen wieder ihrer hart erkämpften Rechte beraubt und zu „Gebrauchsgegenständen“ degradiert werden? Ich nehme seit Jahren Anteil am Leben eines jungen Afghanen in Österreich, der mit unglaublichem Einsatz und allen rechtlichen Mitteln versucht, seine Frau aus Afghanistan nachzuholen. Diese Familienzusammenführung scheiterte rechtlich daran, dass in den Dokumenten der Frau zwei verschiedene Geburtsdaten aufscheinen und das eheliche Zusammenleben von zu kurzer Dauer war – das Paar wurde nach der Ermordung eines Familienmitgliedes durch die Taliban gewaltsam getrennt! Diese Begründung ist juristisch wohl einwandfrei – menschlich aber unerträglich! Der Mann ist selbstständiger Unternehmer und integriert, seine Frau intelligent und vielseitig universitär gebildet! Dieses Ansuchen um Zusammenführung dauert jetzt schon vier (!) lange Lebensjahre – werden es ihre letzten gewesen sein? Als gebildete alleinstehende Frau steht sie auf der „Abschussliste“ der Taliban weit oben! Es sollte doch in Österreich möglich sein, zumindest Frauen, die ein derartiges Ansuchen gestellt haben, die Einreise zu ermöglichen. Alle Dokumente sind vorhanden, Unterkunft und Versorgung durch den Mann sind sichergestellt, und wir brauchen uns vor ihnen auch nicht zu fürchten! Versuchen wir doch zumindest, „ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein“, und stecken wir nicht den Kopf in den Sand, während die Welt an allen Ecken und Enden brennt und aufschreit!
Gabriele Berger, per E-Mail
Erschienen am Fr, 20.8.2021
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.