Es war wieder FPÖ-Neujahrstreffen. Diesmal nicht mit überwiegend unglaubwürdiger Kreide in Kickls Stimme, wie im letzten Jahr, als er sich schon am Ballhausplatz sah. Letztes Jahr war er sogar so seriös, die eigene Anhängerschaft darauf einzustimmen, dass die guten Jahre kommen würden, nur noch nicht jetzt. Es war auf seine Art das Eingeständnis, dass selbst unter einem Kanzler Kickl die guten Zeiten nicht innerhalb von zwei Jahren kommen würden. Das Problem ist nicht die Person Kickl allein – wie man sich unlängst beim „ZIB 2“-Interview von Christian Hafenecker überzeugen konnte. Es ist die Parteilinie unter Kickl, inkl. der meisten Akteure in der ersten und zweiten Reihe. Kunasek und Haimbuchner sind z. B. eine blaue Minderheit, die leider die aktuelle Linie mitträgt und unterstützt. Das große Problem ist die Sehnsucht einer nicht kleinen Bürgerschar nach einer Art „80%-Trump“. Nach einem, der sich nichts pfeift, sich an keine Regeln oder Gesetze hält, tut und lässt, was er will, das eigene Land und die EU aus allen Angeln hebt. In immer mehr Ländern Europas. Das ist beunruhigend bis beängstigend!
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