Das freie Wort

Regenwald und Brexit

Führende britische Supermarktketten drohen Brasilien mit einem Boykott und der Auslistung brasilianischer Waren, sollte Präsident Bolsonaro weitere Gesetze zur fortführenden Abholzung des Amazonas-Regenwaldes beschließen. Dies ist für mich ein mehr als ehrenwertes Verhalten dieser Unternehmen, um aufzuzeigen, dass es nicht vertretbar ist, aus Profitgier die grüne Lunge unserer Erde zu zerstören. Leider habe ich aber das Gefühl, dass solche Maßnahmen erst möglich waren, nachdem die Briten die EU verlassen haben, denn stellen Sie sich einmal vor, wir in der EU würden an solche sinnvollen Aktionen zum Schutz unserer Erde denken: Es würden Arbeitsgruppen, Gremien und Rechtsgutachten erstellt, und am Ende könnte man sich dann sicher doch nicht auf so eine Maßnahme einigen, da dies wahrscheinlich nicht wettbewerbskonform sei. Wir alle sollten aufstehen und diesem Boykottbeispiel der Briten folgen. Solange der Regenwald in Brasilien oder auch in anderen Ländern der Erde unzumutbar zerstört wird, so lange sollten wir es unterbinden, Waren aus dieser Region zu kaufen. Bis am Ende für alle Staaten die Einsicht herrscht, dass es nur von Vorteil ist, trotz erfolgreicher Handelsbeziehungen, die Natur nachhaltig zu schützen. Wäre das nicht eine nette Aufgabe für die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen? Fangen wir zum Beispiel gleich damit an, diese unglückliche E10-Biokraftstoffquote abzuschaffen, die es zur Folge hatte, dass riesige Urwaldflächen in Indonesien gerodet wurden und dafür Palmöl-Monokulturen gepflanzt wurden. Ein mehr als sinnloses Gesetz, das uns diesen Unsinn vorschreibt und glaubt, der Natur damit dienlich zu sein.

Ing. Josef Cervicek, Gießhübl

Erschienen am Sa, 23.5.2020

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