17.01.2008 22:17 |

Blutdoping-Affäre

Anti-Doping-Komitee hat keine Beweise

Im Österreichischen Anti-Doping-Komitee (ÖADC) laufen seit Bekanntwerden der angeblichen Blutdoping-Affäre um ein Wiener Plasmapherese-Institut die Drähte heiß. Das ÖADC hat Akteneinsicht in die laufenden Ermittlungen der Behörden, bis Donnerstag lagen aber keine Beweise vor. "Es gibt derzeit keine Fakten", erklärte ÖADC-Geschäftsführer Michael Mader, der hofft, dass bis Ende nächster Woche neue Erkenntnisse vorliegen würden. Derzeit habe man auch im Fall von jenen vier Radprofis (darunter Georg Totschnig), deren Namen von einem deutschen Journalisten als Blutdoping-Kunden des Wiener Instituts Humanplasma genannt worden waren, keine Handhabe.

Sport-Staatssektretär Reinhold Lopatka hat auf die Forderung von IOC-Vizepräsident Thomas Bach auf rasche Aufklärung und Information reagiert und dem Chef der IOC-Anti-Doping-Kommission mitgeteilt, dass die Ermittlungen der Behörden noch laufen.

Daher hat auch die Staatsanwaltschaft in Turin, die durch ein diesbezügliches Rechtshilfeersuchen das Einschreiten der österreichischen Behörden erst ermöglicht hat, noch keine Informationen erhalten. "Wir warten noch auf Ergebnisse aus Wien", sagte Staatsanwalt Raffaele Guariniello am Donnerstag zur APA. Seine Ermittlungen in der Doping-Affäre um österreichische Langläufer und Biathleten bei den Winterspielen in Turin 2006 befinden sich in der Endphase. Bis Ende Februar soll ein Untersuchungsrichter über die Einleitung eines Verfahrens entscheiden.

Der schwedische Anti-Doping-Experte Bengt Saltin hat sich am Mittwochabend im schwedischen Fernsehen über Blutdoping in Österreich geäußert. Saltin wollte aber die in Schweden genannte Zahl von drei Blutdoping-Labors in Österreich ebensowenig bestätigen wie deren Standorte.

"Aus meiner Tätigkeit in der FIS bis 2006 weiß ich aber, dass es in Österreich Plätze gab, wo man Hilfe bekommen konnte. Wir hatten damals Probleme mit den Möglichkeiten, die in Österreich existierten", erklärte der Anti-Doping-Experte, der als Mitglied einer Kommission die Blutdoping-Affäre um Radprofis des früheren Teams Telekom in der Freiburger Universitätsklinik untersucht.

ÖADC-Geschäftsführer Mader verneinte, jemals von "Einrichtungen" für Blutdoping in Österreich gehört zu haben, bevor Ende November 2007 der Brief des Chefs der Welt-Anti-Doping-Agentur, Dick Pound, an Lopatka eintraf. "Wir haben in Österreich sensible Antennen, aber ich habe nie gehört, dass die Zeiger da angeschlagen hätten", betonte Mader.

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