21.09.2007 11:10 |

Spanien islamisch?

Bin-Laden-Vize fordert Rückeroberung Spaniens

Ayman al-Zawahiri, der Stellvertreter von Osama bin Laden, hat Muslime in Nordafrika aufgerufen, die vor Jahrhunderten verlorene Islam-Herrschaft über Spanien wiederherzustellen. Vorher müsse jedoch Nordafrika "von den Kindern Frankreichs und Spaniens gesäubert werden", so der Terror-Führer.

Nach der Kriegserklärung von Osama bin Laden an Pakistan ist am Donnerstag ein weiteres Al-Kaida-Video aufgetaucht: In diesem träumt der Terror-Führer von der Wiedererschaffung des mittelalterlichen "Al-Andalus", die Pflicht aller Muslime in der Region sei.

Um dieses Ziel zu erreichen, sei es aber notwendig, Nordafrika vorher von "den Kindern Frankreichs und Spaniens" zu säubern. "Seid daher eurer Religion und eurem Blut eurer Väter treu und steht mit euren Söhnen, die Mujaheddin, gegen die Kreuzfahrer und ihre Kinder", so Zawahiri.

Ab 711 herrschten die Mauren in Spanien
Die Mauren herrschten ab dem Jahr 711 über große Teile von Spanien, Portugal und Südfrankreich, ein Gebiet, das "Al-Andalus" genannt wurde und mit einem Gottesstaat nach der Vorstellung islamischer Extremisten etwa so viel gemein hatte wie mittelalterliche Feudalgesellschaften mit modernen westlichen Demokratien.

Andalusien erlebte Hochblüte unter maurischer Herrschaft
Das von den Mauren beherrschte Gebiet war dem restlichen mittelalterlichen Europa nach historischen Berichten zivilisatorisch überlegen, wovon zahlreiche architektonische Meisterleistungen wie die Moschee von Cordoba oder die Festung Alhambra von Granada zeugen. Unter den Mauren erreichte Andalusien, heute eines der ärmsten Gebiete Westeuropas, seine Hochblüte. Mit mehr als einer halben Million Einwohnern (mehr als doppelt so viel wie heute) war das maurische Cordoba im Mittelalter die größte Stadt Europas. Zahlreichen Berichten zufolge war die maurische Herrschaft auch von Toleranz gegenüber Juden und Christen geprägt, was jedoch von einigen Experten bezweifelt und als romantische Verklärung dieser Epoche bezeichnet wird.

"Reconquista" drängte maurischen Einfluss zurück
Im Zuge der "Reconquista" (Wiedereroberung) der iberischen Halbinsel wurde der maurische Einfluss in Spanien durch die katholischen spanischen Könige nach und nach zurückgedrängt. Das letzte Maurische Königreich um die andalusische Stadt Granada fiel Anfang Jänner 1492 an die spanische Krone. Diese löste ihr Versprechen, die Andersgläubigen zu achten, nicht ein und stellte Moslems wie Juden vor die Wahl zwischen Taufe, Exil oder Tod.

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