38 Grad Gluthitze

Polizei und Rettung im Dauereinsatz

Bis zu 38 Grad, die Sonne sticht ohne Unterbrechung vom Himmel, keine Wolke weit und breit in Sicht - ganz Österreich stöhnt derzeit unter der Sahara-Hitze. In den Freibädern war gestern, Sonntag, jedes noch so kleine Fleckchen Wiese mit Handtüchern belegt, auch im Wasser herrschte akuter Platzmangel. Doch die extremen Temperaturen erhitzten - gemischt mit viel Alkohol - auch die Gemüter: Morddrohungen, wilde Schlägereien und Attacken mit Waffen lösten gleich mehrere Großeinsätze der Polizei aus.

Mit einem Spieß in der Hand stürmte der mit Alkohol und Tabletten vollgepumpte Gerhard R. (42) aus Kirchdorf die Wohnung seiner Ex-Frau. Der Tobende bedrohte auch seine beiden Töchter (14 und 15 Jahre alt) sowie den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Gattin. Die Familie konnte sich ins Freie retten. Die alarmierte Polizei hatte dann nicht mehr viel zu tun: Der 42-Jährige war im Rausch mit der Waffe in der Hand umgekippt.

Auch eine junge Mutter aus Ostermiething drehte bei der Hitze durch. Mit 1,42 Promille Alkohol im Blut stürmte Jennifer B. (19) auf ihren 26-jährigen Ehemann Robert zu und rammte ihm ein Taschenmesser in den Oberarm. Die Frau wurde in die psychiatrische Abteilung des Welser Spitals eingeliefert.

Spitäler treffen Vorkehrungen
Die Spitäler in ganz Österreich rüsten sich nun gegen die Mega-Hitzewelle. Überall rechnet man mit vermehrten Rettungseinsätzen. In der Wiener Rudolfstiftung etwa wurde eine eigene Ausweichstation eingerichtet, um Patienten mit Flüssigkeitsmangel sofort versorgen zu können. Krankenzimmer ohne Klimaanlage werden verdunkelt und, falls notwendig, mit Ventilatoren ausgestattet.

Hochbetrieb herrscht nicht nur in den Krankenhäusern, sondern auch in den Freibädern, an Seen und Flüssen. Zu Lebensrettern wurden Sportler Sonntagmittag auf der Donau bei Linz. Franz Kral, Inhaber einer Wasserskischule, entdeckte einen leblosen Körper im Wasser. Buchstäblich in letzter Sekunde konnten sein Schwiegersohn Stefan Greiner und die im Boot mitfahrende Wasserskifahrerin Martina Steinecker die 45-jährige Linzerin aus den Fluten retten. Die Frau dürfte in einer Art Hitzekoller völlig verwirrt und orientierungslos ins Wasser gegangen sein.

An den tropischen Temperaturen ändert sich in den kommenden Tagen nichts, im Gegenteil, es wird noch heißer! Der Rat von Experten: Viel trinken (kein Alkohol), leichtes Essen, anstrengende Arbeit vermeiden.

 

 

Foto: Johann Haginger

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Donnerstag, 13. Mai 2021
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