20.04.2007 10:46 |

Kletter-Tragödie

Sechsjähriger Bub von Kasten erschlagen

Kindertragödie im oberösterreichischen Innviertel: Ein sechsjähriger Bub turnte in Lohnsdorf in seinem Kinderzimmer am Kleiderschrank herum – der kippte um, begrub Christian unter sich. Die geschockten Eltern fanden den reglosen Sohn, versuchten, ihn zu reanimieren. Doch ein alarmierter Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen.
Christian war ein aufgeweckter Bub, besuchte in seiner Heimatgemeinde den Kindergarten. Und er turnte in seinem Kinderzimmer im ersten Stock des elterlichen Zweifamilienhauses gerne am Schrank herum. Donnerstag früh endete das allerdings mit einer Tragödie.


Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei muss es zwischen 7.30 und 7.40 Uhr zu dem Unfall gekommen sein. Beim Herumklettern brachte Christian seinen 180 Zentimeter hohen und 70 Zentimeter breiten hölzernen Kleiderschrank zum Umkippen. Der Bub fiel hinunter, schlug mit dem Kopf hart am Fußboden auf. Dann stürzte der Schrank auf ihn.


Mutter entdeckt regloses Kind

Gegen acht Uhr kam die Mutter vom elterlichen Schlafzimmer im zweiten Stock ins Zimmer des älteren Sohnes (der zweite Bub, der dreijährige Sebastian, hat ein eigenes Kinderzimmer), sah das umgestürzte Möbelstück und darunter einen Arm von Christian hervorschauen.


Die geschockten Eltern bargen gemeinsam den reglosen Sohn, der Vater begann sofort mit der Reanimation, während ein Rettungsteam zum Unglückshaus, in dem auch die Großeltern des Buben wohnen, raste. Doch der Notarzt konnte nicht mehr helfen: tödliches Schädelhirntrauma.


Kein Fremdverschulden
Erhebende Kriminalisten konnten kein Fremdverschulden oder grobe Fahrlässigkeit feststellen. Unklar ist allerdings noch, ob Christian bereits beim Sturz oder durch den Kasten die tödlichen Kopfverletzungen erlitten hat.


Kinderfalle Schrank: Jährlich 300 Opfer!

Nach einer Studie des Kinderunfall-Forschungszentrums in Graz fordert die "Kinderfalle Schrank" österreichweit jährlich 300 Opfer, die zum Glück meist glimpflicher davonkommen. In 60 Prozent der Fälle kletterten die Kleinen auf den Kasten und bringen ihn zum Umstürzen. Experten empfehlen daher, Kästen prinzipiell mit Kippsicherungen an der Wand zu verankern.


Von Johann Haginger, Bild: Martin Jöchl

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