Sa, 20. April 2019
14.12.2017 22:05

Berlin-Anschlag:

Anis Amri plante Attentat schon bei der Einreise

Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, der Tunesier Anis Amri, hat den Anschlag schon bei seiner Einreise nach Deutschland geplant. Das gehe aus Ermittlungsakten hervor, schrieb die "Berliner Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe. Seinerzeit habe ihn ein Islamist begleitet, den Behörden der Terrororganisation Islamischer Staat zugerechnet hätten. Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland starben kurz vor Weihnachten 2016 zwölf Menschen, nahezu 100 wurden verletzt.

Von Beginn an sei Amri in direktem Kontakt zu IS-Terroristen in Libyen gestanden und habe direkte Instruktionen erhalten. Bereits im Dezember 2015 habe sich der Tunesier im Internet darüber informiert, wie er Menschen töten könnte.

Fandungspannen, Behördenversagen, Widersprüche
Die der Zeitung vorliegenden Ermittlungsakten offenbarten Fahndungspannen, Behördenversagen und Widersprüche, heißt es in dem Bericht. Nach Angaben des Berliner Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele hätten Bundesbehörden schon im Februar 2016 Kenntnis über konkrete Anschlagspläne Amris gehabt, über die er in abgehörten Chats mit libyschen IS-Kämpfern gesprochen habe.

Video: Zeugin spricht über Todesfahrt

"Das Bundeskriminalamt kannte diese Protokolle", zitiert die Zeitung Ströbele. "Aufgrund dieser Verdachtstatsache hätte der Generalbundesanwalt einen Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung erwirken können." Aus unerklärlichen Gründen sei Amri aber nicht einmal lückenlos observiert worden.

Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland starben zwölf Menschen, nahezu 100 wurden verletzt. Amri wurde wenige Tage später auf der Flucht von italienischen Polizisten erschossen.

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