12.12.2017 15:17 |

Weltcup in Gröden

Max Franz: "Richtigen Satz gibt es dafür keinen"

Am Mittwoch findet in Gröden das erste Abfahrtstraining nach der zweiten Tragödie im Skisport statt. Auch dem "wilden Hund" Max Franz fehlen die Worte. Für den Kärntner geht es in Gröden um die "Titelverteidigung".

Gröden zählt zu den absoluten Klassikern des Skisports. Seit Einführung des Weltcups vor bald 50 Jahren stehen die Rennen auf der Saslong regelmäßig im Programm. Aber heuer ist alles anders. Beim für Mittwoch geplanten Trainingsauftakt müssen die Abfahrtsstars die Gedanken an die Tragödien ausblenden. Zuerst verunglückte der Franzose David Poisson. Letzte Woche dann auch der erst 17-jährige Max Burkhart aus Deutschland. Erstmals seit dieser neuerlich tödlichen Tragödie jagen die besten Abfahrer der Welt im Training von Gröden wieder eine Downhillpiste zu Tal. Und alle, wirklich alle stehen noch unter Schock. Auch Max Franz aus Kärnten, der "Titelverteidiger" auf der Saslong. Obwohl der als einer der wildesten Hunde im gesamten Zirkus gilt.

"Man kann da eigentlich nichts sagen. Weil es für solche Tragödien keinen richtigen Satz, keine richtigen Worte gibt", meint der 28-Jährige, der bereits seit Montag im Grödner Tal trainiert. Dass man den gesamten Sport jetzt überdenken müsse, glaubt er dennoch nicht. "Jedem ist klar, dass das, was wir machen, sehr gefährlich ist. Aber bei diesen beiden Unfällen ist halt auch alles Pech zusammengekommen, das nur zusammenkommen kann. Es ist so richtig blöd gelaufen. Und mein gesamtes Mitgefühl gilt natürlich den Familien von David und Max."

Ein ganz klares Ziel
Er wirkt nachdenklich bei diesen Worten. Traurig. Dabei würde er sich hier, im Grödner Tal, eigentlich wohler fühlen als in allen anderen Weltcuporten. Das schon so vertraute Teamhotel in Geh-Entfernung vom Zielraum. Und vor allem die Piste. Auf der er 2011 als Fünfter im Super-G erstmals mitten in die Weltspitze gefahren war. Und auf der er vor einem Jahr in der Abfahrt auch den ersten Weltcupsieg in seiner Karriere feiern konnte.

"Es ist für mich einfach eine extrem coole Strecke, auf der sehr viel Instinkt gefragt ist", beschreibt er seine ganz spezielle Beziehung zur Saslong, "ich mag das einfach alles hier." Dementsprechend groß sind auch seine Erwartungen. "Bei den Rennen in Übersee hatte ich vor allem mit der ganz speziellen Beschaffenheit des Schnees ein wenig Probleme. Aber wenn hier alles halbwegs zusammenpasst, geht es so richtig dahin. Und mein Ziel ist sowieso klar: Ich will diesen Sieg vom Vorjahr hier verteidigen!"

Ausgelassen jubeln wird er aber selbst in diesem Fall nicht. Das wäre in traurigen Tagen wie diesen auch nicht angebracht.

Peter Frauneder (in Gröden), Kronen Zeitung

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