Sa, 19. Jänner 2019

"Krone"-Ombudsfrau

15.11.2017 11:30

Keine Wohnbeihilfe: Zivildiener verliert Obdach

Er leistet gerade seinen Dienst am Staat, fühlt sich von diesem aber gehörig im Stich gelassen. Kevin G. hat für die Zeit seines Zivildienstes um Wohnbeihilfe angesucht. Sein Antrag wurde vom Heerespersonalamt und vom Verwaltungsgericht abgewiesen. Was dazu führt, dass der 19-Jährige nun fast auf der Straße steht!

Seine Siebensachen hat er bereits gepackt. Kevin G. kann sich seine Miete nämlich nicht mehr leisten. Monatliche Entschädigung für den Zivildiener: 640 Euro. Kosten für das Zimmer in der Wohngemeinschaft: 500 Euro. Man muss kein großer Rechenkünstler sein, um zu wissen: Davon kann man nicht leben. Seinen Eltern ist eine Unterstützung nicht möglich, günstige Wohnungen so gut wie nicht zu finden. Und ein Nebenjob ist bei mindestens 40 Stunden Zivildienst, der manchmal bis 20 Uhr dauert, nicht drinnen. Deshalb stellte er beim zuständigen Heerespersonalamt einen Antrag auf Wohnbeihilfe für die Dauer seines Dienstes am österreichischen Staat.

WG-Mitbewohner erhielt Beihilfe
"Dieser wurde jedoch abgelehnt, weil ich als WG-Bewohner keinen eigenen Haushalt führe", schilderte G. Deshalb erhob der 19-Jährige anschließend Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Diese wurde jedoch mit gleicher Argumentation als unbegründet abgewiesen. Skurril: Sein Mitbewohner, auf den der Mietvertrag läuft, hatte die staatliche Unterstützung während dessen Zivildiensts erhalten. Laut Gericht ändere das aber nichts daran, dass G. keinen Anspruch habe. Selbst wenn er dadurch seine Wohnmöglichkeit verliere.

Kevin G. muss nun ausziehen
Die Ombudsfrau hat das Verteidigungsministerium in diesem Fall um Hilfe gebeten. Seit August hat man es, trotz Urgenz, aber nicht geschafft, zu antworten. Kevin G. muss nun aus der WG ausziehen. Auf der Straße steht er dank eines Freundes, bei dem er vorübergehend unterkommen kann, vorerst nicht. Gott sei Dank, denn auf den Staat kann er sich offensichtlich ja nicht verlassen!

 Ombudsfrau
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