OÖ-Delegation sah:

Technikersuche ist in Schweden ein "Kinderspiel"

Oberösterreich
07.10.2017 08:23

Ikea, die Königsfamilie, Knäckebrot, Fußball-Star Zlatan Ibrahimovic - das sind Begriffe, die fallen, wenn über Schweden gesprochen wird. Dass bei den "Nordlichtern" das Herz der Onlinespielszene schlägt, wissen wenige. Dabei treibt das die jungen Menschen in den Technik- und IT-Bereich, erfuhr eine OÖ-Delegation.

Die schwedische Computerspielbranche ist weltweit ein wirklich dicker Fisch. Das Spiel "Minecraft" wurde im Königreich entwickelt und schließlich von Microsoft um 2,5 Milliarden US-Dollar gekauft. Auch "Candy Crush Saga" hat schwedische Wurzeln, war einem amerikanischen Unternehmen 5,9 Milliarden $ wert.

Nachholbedarf in Oberösterreich
Die Spiele-Industrie kurbelt die Technik-Begeisterung der jungen Schweden an. In welcher Art und Weise, beeindruckte auch die von Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl und Axel Greiner, Präsident der oberösterreichischen Industriellenvereinigung, angeführte Delegation bei ihrem Schweden-Besuch. In Oberösterreich ist der Bedarf an Fachkräften im IT-Bereich hoch - doch noch immer strömen zu wenige Menschen in die gebotenen Bildungszweige.

"Guter Schachzug"
"Spiel mit Wissen zu verbinden, ist ein guter Schachzug", stellte Greiner fest, der bei Volvo im Simulator für autonomes Fahren Platz nehmen durfte. Das Schlagwort "Gamification" fällt in Schweden ständig. "Mit Speck fängt man Mäuse", so Gerald Reisinger, Chef der Fachhochschulen Oberösterreich.

Unis haben Druck
Die vielen Monate, in denen es in Schweden aufgrund der geografischen Lage, sehr dunkel ist, fördern das Arbeiten und Tüfteln am Computer. Auch die Unis haben Druck - etwa die Königliche Technische Hochschule in Stockholm. Werden im Technik-Bereich zu wenige Abschlüsse erzielt, wird das Budget gekürzt.

Welt der Zukunft
Bäume, die auf Umarmungen reagieren, Basketbälle, die mit Sensoren ausgestattet sind  - bei Ericsson taucht man in die Welt der Zukunft ein. "Das Unternehmen hat eine unglaubliche Reformfähigkeit", zeigte sich Kepler-Uni-Rektor Meinhard Lukas, der Teil der Oberösterreich-Delegation war, beeindruckt. Vom Handyhersteller wurde Ericsson zum Telekomausrüster. Trotzdem läuft nicht alles rund: 25.000 Jobs sollen abgebaut werden.

Probleme sind gleich
Der Kostendruck, Konkurrenz weltweit und durch die Gründer-Szene - traditionelle Firmen in Schweden müssen automatisieren, wo es nur geht, um erfolgreich zu bleiben. "Offenbar haben in Europa alle die gleichen Probleme", sagte Rudolf Mark, Boss des gleichnamigen Metallteileherstellers aus Gleinkerau, zu Werner Pamminger von der Standort-Agentur Business Upper Austria.

Suche nach neuen Jobs
"Es ist ernst", stellte Alrik Danielson, Vorstandschef von Wälzlager-Spezialist SKF in Göteborg, fest. "Wir müssen harte Entscheidungen treffen, es wird schmerzhaft sein - aber wenn wir es nicht jetzt machen, müssen wir es in ein paar Jahren tun, wenn es dem Unternehmen nicht mehr gut geht", so Danielson. Roboter übernehmen viele Produktionsschritte. "Die Herausforderung liegt darin, neue Jobs für die Menschen zu finden - doch es gibt keine einfachen Arbeiten mehr, das ist das Problem", erklärt Ex-VW-Manager Leif Östling.


Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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