Mi, 15. August 2018

"Krone"-Interview

27.09.2017 07:28

Alaba: "Neymar lässt sich nicht verrückt machen"

Am Dienstagabend bestritt David Alaba in Paris das Abschlusstraining der Bayern. Trainer Carlo Ancelotti ließ offen, ob der Linksverteidiger heute spielen wird: "Alle Spieler sind verfügbar, keine leichte Entscheidung." Aber vieles spricht dafür, dass der Wiener aufläuft. Im "Krone"-Interview sprach Alaba schon Montag über den auf PSG-Superstar Neymar lastenden Druck, die hohe Erwartungshaltung an Bayern und sein letztes Spiel im Prinzenpark.

"Krone":Neymar steht bei Paris nach der Rekordablöse von 222 Millionen Euro im Fokus wie kein anderer Fußballer auf diesem Planeten. David, wie groß ist deiner Meinung nach der Druck, der auf dem Brasilianer lastet?
David Alaba: Ich bin mir sicher, dass er mit dem Druck gut umgehen kann. Er ist ein Spieler, der den Weg mit Gott geht. Ich kenne ihn auch abseits des Platzes. Er ist doch nicht der Typ, der sich vom ganzen Rundherum verrückt machen lässt.

Woher kennst du ihn abseits des Platzes?
Mein aktueller Teamkollege Rafinha und meine früheren Bayern-Mitspieler Luiz Gustavo, Dante und Douglas Costa sind alle mit ihm befreundet. Das erste Mal habe ich Neymar beim Länderspiel 2014 in Wien getroffen. Damals war ich verletzt, habe aber Luiz Gustavo im Hotel der Brasilianer besucht.

Laut "Football Leaks" hat Neymar in Paris ein Grundgehalt von drei Millionen Euro im Monat. Dazu die astronomische Ablösesumme. Wie irre ist das alles inzwischen geworden?
Die Zahlen sind sehr, sehr hoch. Keine Frage.

Neymar hatte im Spiel gegen Lyon einen Streit mit Cavani über die Ausführung eines Elfmeters. In der Kabine soll nach dem Spiel Thiago Silva gerade noch Handgreiflichkeiten verhindert haben. Seitdem rumort es bei Paris, ein Vorteil für Bayern?
Das interessiert uns nicht groß. Wir schauen in erster Linie auf unsere Stärken.

Die Leistungen auf dem Platz waren aber zuletzt nicht überzeugend.
Wir wissen, dass die Erwartungen an uns sehr hoch sind. Druck beim FC Bayern ist normal. Es ist noch sehr früh in der Saison, es wird sich noch viel tun. Dabei werden wir unsere Ziele nie aus den Augen verlieren.

Wie habt ihr als Mannschaft Sven Ulreich, der bis Jänner für den verletzten Manuel Neuer im Tor steht, nach seinem Fehler gegen Wolfsburg aufgebaut?
Sven braucht man nicht aufzubauen. Er weiß, dass er ein super Torhüter ist. Solche Fehler können jedem passieren.

Bei deinem letzten Spiel im Prinzenpark gab es bei der EURO ein 0:0 gegen Portugal mit Superstar Ronaldo. Wäre ein Punkt auch heute okay?
Wir sind der FC Bayern. Unser Anspruch ist es, in Paris zu gewinnen.

Matthias Mödl, Kronen Zeitung

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