Di, 23. Oktober 2018

Eiskalte Aussagen

18.09.2017 17:59

Ehrenmord gestanden: "Gut, dass sie tot ist"

Bei der ersten Einvernahme jenes 18-Jährigen, der Montagfrüh in Wien-Favoriten seine 14-jährige Schwester mit mehreren Messerstichen tötete, ist von Reue keine Spur. Im Gegenteil: Der Afghane scheint sogar stolz auf den Ehrenmord an seinem Familienmitglied zu sein. "Es ist gut, dass sie tot ist", waren seine ersten Worte beim Geständnis gegenüber der Polizei.

Der erst 18-jährige Täter hatte sich noch am selben Vormittag selbst der Polizei gestellt. Seiner Ansicht nach sei es "gut", dass seine Schwester jetzt tot ist. "Sie hat die Ehre unserer Familie beschmutzt", so seine erste Begründung der Tat. Dass ihm nun eine Gefängnisstrafe blüht, scheint dem jungen Afghanen ebenfalls völlig egal zu sein.

Opfer suchte Unterschlupf in Krisenzentrum
Bei ersten Ermittlungen zu dem Fall kamen auch weitere traurige Details ans Licht: Die 14-Jährige hatte zuletzt Unterschlupf in einem Krisenzentrum des Jugendamts gesucht. Erst vergangene Woche war das Mädchen von zu Hause ausgezogen, weil sie sich zu sehr eingeengt und "unter Druck gesetzt" gefühlt habe, schilderte MA-11-Sprecherin Petra Mandl.

Die junge Afghanin habe selbst um Aufnahme in einem Krisenzentrum ersucht. Dabei sei es um "nicht fortgehen" und "sich nicht mit Freundinnen treffen dürfen" gegangen. Sie habe sich "in der Wohnung eingesperrt" gefühlt und offenbar immer wieder eine ältere Schwester "als Aufpasserin" zur Seite gestellt bekommen.

"Attacke kam völlig überraschend"
Die Eltern hätten sich mit der Unterbringung einverstanden erklärt und sich kooperativ gezeigt, betonte die Sprecherin. "Die Mutter hat sogar Gewand vorbeigebracht." Nie habe die 14-Jährige angesprochen, dass sie Angst vor ihrer Familie habe oder sich körperlich bedroht fühle. Daher habe augenscheinlich nichts dagegen gesprochen, dass sie alleine in die Schule geht. Mit dem älteren Bruder, der wohl im Familienverband gelebt hat, habe das Jugendamt keinen Kontakt gehabt. "Die Attacke war für uns nicht vorhersehbar und kam völlig überraschend."

Nach Messerstichen verblutet
Montagfrüh war die 14-Jährige daher allein in die Schule aufgebrochen. Der 18-Jährige soll ihr auf dem Weg aufgelauert und sie in einen Innenhof in der Puchsbaumgasse verfolgt haben. Das Mädchen verblutete dort an zahlreichen Messerstichen. "Hätte man gewusst, dass eine Gefahr besteht, hätten man sie nicht alleine gehen lassen", versicherte die Magistratsbeamtin.

Die 14-Jährige hatte schon im vergangenen Sommer Kontakt zum Jugendamt aufgenommen und war auch damals zwischenzeitlich ins Krisenzentrum gezogen, dann aber wieder in die Familie zurückgekehrt. Zuletzt dürfte der Druck aber wieder stärker geworden sein.

 krone.at
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