Do, 16. August 2018

Gewalt am 1. Mai

01.05.2017 14:08

Istanbul: 200 Verhaftungen bei Anti-Erdogan-Marsch

In Istanbul sind am 1. Mai Sicherheitskräfte und Teilnehmer einer Anti-Erdogan-Kundgebung aneinandergeraten. Trotz eines Verbots wollte eine Gruppe von Demonstranten zum zentralen Taksim-Platz marschieren. Der Protestmarsch wurde gewaltsam gestoppt. Es kam zum Einsatz von Tränengas, rund 200 Personen wurden laut Behördenangaben verhaftet. Bei ihnen seien Handgranaten, Brandsätze und Feuerwerkskörper gefunden worden.

Der Taksim-Platz war am Montag komplett mit Gittern abgeriegelt, auch die Zufahrtsstraßen waren gesperrt. Die Polizei war massiv präsent, auch Wasserwerfer und Busse zum Transport von Gefangenen standen bereit. Dennoch gelang es Demonstranten, auf dem Platz ein Transparent zu entrollen, auf dem "Lang lebe der 1. Mai. Nein zum Diktator" zu lesen war.

Taksim-Platz: Seit Gezi-Unruhen keine Proteste mehr zugelassen
Für Gewerkschaften hat der Taksim-Platz eine besondere Bedeutung. Am 1. Mai 1977 hatten dort Heckenschützen das Feuer auf eine Demonstration mit rund 500.000 Teilnehmern eröffnet. Mindestens 34 Menschen starben. Bis heute ist unklar, wer die Täter waren. Seit den Gezi-Unruhen im Sommer 2013 wurden auf dem Platz keine Proteste mehr zugelassen.

Vor zwei Wochen stimmte bei einem umstrittenen Referendum eine knappe Mehrheit für eine kontroverse Verfassungsänderung zur Ausweitung der Macht von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Die Opposition sieht darin einen Schritt zur Autokratie und wirft der Regierung vor, die Abstimmung manipuliert zu haben. Ihre Klagen vor Gericht blieben bisher aber erfolglos.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.