24.04.2017 09:03 |

Neues im Fall Maddie

Ex-Polizist: Kind wurde an reiche Familie verkauft

Anfang Mai 2007 verschwand die knapp vierjährige Madeleine McCann spurlos aus einem Zimmer in einem Ferienappartement an der portugiesischen Algarve. Mit einer breiten Medienkampagne versuchten die Eltern verzweifelt, ihr Kind zu finden, doch Maddie blieb verschwunden. Jetzt behauptet ein Ex-Polizist, das englische Mädchen sei von Schmugglern nach Afrika entführt und an eine reiche Familie im Nahen Osten verkauft worden.

Er fürchte, Maddie sei nach ihrer Entführung an Bord einer Fähre nach Afrika geschmuggelt worden, sagte der frühere Scotland-Yard-Mitarbeiter Colin Sutton der englischen Tageszeitung "Mirror". "Wenn jemand ein dreijähriges Kind nach Afrika bringen will, ist das die übliche Route. Die Infrastruktur für Menschenschmuggel ist genau dort", wird Sutton in dem Blatt zitiert. Banden, die in Mauretanien operieren, verkaufen demnach regelmäßig Kinder und Jugendliche an Familien im Nahen Osten.

Touristen sichteten Maddie in Marrakesch
Der "Mirror" berichtet zudem, ein englisches Touristen-Ehepaar habe nur wenige Tage nach Maddies Verschwinden an einer Tankstelle in der Stadt Marrakesch im Südwesten Marokkos ein Mädchen gesehen, das "identisch" mit Madeleine sei. Das Kind, das in Begleitung eines Mannes war, habe traurig gewirkt und gefragt: "Können wir jetzt endlich Mami sehen?" Das Paar habe die Information an die Polizei in der Grafschaft Leicestershire gemailt, die sie an ihre Kollegen in Portugal weitergeleitet habe, so das Blatt.

Auch Privatdetektive, die die Eltern von Maddie engagiert hatten, glauben, dass vieles darauf hindeute, dass die damals knapp Vierjährige nach Marokko gebracht wurde. Von der Luxus-Ferienanlage in Praia da Luz, aus der das Mädchen verschwunden ist, bis zum spanischen Hafen Tarifa seien es rund 480 Kilometer. Von dort gebe es eine Fährverbindung zum marokkanischen Hafen Tanger, berichtet der "Mirror". So sei es möglich gewesen, Maddie in nur fünf Stunden nach Afrika zu entführen.

Mädchen auf Fähre nach Marokko gesichtet?
Dazu würden auch Berichte passen, laut denen ein Mädchen, das Madeleine ähnlich gesehen habe, auf einer Autofähre von Tarifa nach Tanger gesichtet wurde - nur wenige Stunden nachdem die Britin als vermisst gemeldet wurde. Deren Eltern, Kate und Gerry McCann, reisten deshalb sogar einen Monat nach dem Verschwinden ihrer Tochter nach Marokko, um dort Nachforschungen anzustellen.

Die portugiesische Justiz stellte die Ermittlungen 2008 zunächst ein, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf. Im Mai 2015 sprach ein Zivilgericht Kate und Gerry McCann eine Entschädigung von gut 600.000 Euro zu. Zahlen muss sie der ehemalige Chefermittler in dem Fall, Goncalo Amaral. Er hatte in seinem Buch "Die Wahrheit über die Lüge" (2008) behauptet, Madeleine sei tot und die Eltern hätten das vertuscht.

 krone.at
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