04.04.2017 15:17 |

"Beratung", Bußgeld?

Rauchen ab 18: Länder wählen ihre Strafen selbst

Jetzt ist es also fix: Ab Mitte 2018 wird das Rauchen für Jugendliche unter 18 Jahren in Österreich verboten. Damit Teenager tatsächlich an keine Zigaretten mehr kommen, sind neben den Eltern wohl auch vorrangig die Trafikanten gefragt. Zur Vereinfachung ihres Arbeitsalltages fordern diese nun die Entwicklung einer App, die die Überprüfung des Alters vereinfachen soll. Kommt ein Kind dennoch an den verbotenen Glimmstängel, soll es Sanktionen geben. Diese müssen aber erst auf Bundesländerebene beschlossen werden - und dieses Projekt steckt selbst noch in den Kinderschuhen.

Der Vorstoß von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP), Rauchen unter 18 Jahren gesetzlich zu verbieten, stieß von Anfang an nicht bei allen auf Gegenliebe. Dennoch rangen sich vergangene Woche alle Bundesländer im Sinne des Jugendschutzes zu einem klaren Ja durch. Der Startschuss soll nun Mitte 2018 fallen - wohl keinen Tag zu früh, denn um das Gesetz sinnvoll umsetzen zu können, muss noch einiges geklärt werden.

Trafikanten "bekennen sich klar zum Jugendschutz"
So bedeutet die Überprüfung des Alters jedes einzelnen jugendlichen Kunden für Trafikanten freilich einen Mehraufwand. "Wir Trafikantinnen und Trafikanten bekennen uns klar zum Jugendschutz. Jedoch muss eine gesetzliche Änderung der Altersgrenze auch mit fairen Bedingungen für uns und zeitlich gesehen ausreichenden Übergangsfristen verbunden sein", sagt dazu Bundesgremialobmann Josef Prirschl.

Smartphone-App statt Ausweis?
Zur Erleichterung der Alterskontrollen schlägt Prirschl eine App vor. "Einen Ausweis hat nicht jeder immer mit. Das Handy hingegen fast immer", erklärt er im Gespräch mit krone.at. Könnte man das Alter des Kunden mittels App überprüfen, bedeute dies eine erhebliche Unterstützung im Alltag eines Trafikanten. Gespräche mit dem zuständigen Bundesministerium bezüglich der Entwicklung dieser App stehen derzeit aber noch aus.

"Sanktionen können völlig unterschiedlich ausfallen"
Doch was passiert überhaupt, wenn ein Jugendlicher unter 18 Jahren auf der Straße mit brennender Zigarette in der Hand von einem Polizisten erwischt wird? "Wie ein rauchender Jugendlicher konkret bestraft werden soll, muss erst auf Länderebene entschieden werden. Die Sanktionen können von Bundesland zu Bundesland völlig unterschiedlich ausfallen", sagt Tamara Häusl, Pressesprecherin des Bundesministeriums für Familien und Jugend, gegenüber krone.at. Die Gremien müssen sich zu diesem Thema erst zusammensetzen und einen möglichen Strafrahmen besprechen.

"Beratungsgespräch, Sozialarbeit, Geldstrafe"
Grundsätzlich kommt ein sehr breites Spektrum an Sanktionen in Betracht: Dieses reicht von einem verpflichtenden Beratungsgespräch über Sozialarbeit bis zu Geldstrafen. Prinzipiell hatten die Jugendreferenten der Bundesländer beim Beschluss des neuen Verbots jedoch betont, dass es nicht um Saktionen gehe, sondern vielmehr um Prävention.

"Österreich war schon Schlusslicht"
Ein Rauchverbot für Jugendliche unter 18 Jahren sei laut Gabriele Fischer, Leiterin der Drogenambulanz und der Suchtforschung und -therapie an der Medizinischen Universität Wien, jedenfalls längst überfällig gewesen: "Österreich war da ja schon ein Schlusslicht." Nikotin habe ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial. Je früher man mit dem Rauchen beginne, desto höher sei die Suchtgefahr.

"Es ist die Aufgabe von uns allen - insbesondere natürlich von Eltern, aber auch von Lehrern -, Aufklärungsarbeit zu leisten", so die Expertin gegenüber krone.at. Die Verfügbarkeit der Zigaretten für Jugendliche durch ein Verbot einzuschränken, sei daher ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung.

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base

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