25.02.2017 06:00 |

Portman oder Stone?

Spannendes Rennen der Hollywooddiven um den Oscar

Während sich bei den Männern Casey Affleck für seine Rolle in "Manchester by the Sea" als Favorit auf den Hauptdarsteller-Oscar herausschält, ist die Wahl bei den Kolleginnen so spannend wie schon länger nicht. So rittern gleich mehrere Schauspielerinnen um die Trophäe, denen allesamt gute Chancen auf einen Gewinn zugetraut werden. Die Entscheidung fällt am 26. Februar in Los Angeles.

In vielerlei Hinsicht ideal ins klassische Schema für einen Hauptrollen-Oscar fällt heuer Natalie Portman, mit ihren 36 Jahren schon ein altgedienter Profi im Filmbusiness seit ihren frühen Einsätzen wie etwa in "Leon der Profi" (1994).

Mit ihrer Interpretation der Präsidenten-Witwe Jackie Kennedy in "Jackie: Die First Lady" verkörpert Portman eine von Amerika geliebte historische Figur und trägt das Werk von Regisseur Pablo Larrain praktisch im Alleingang. Auch wenn viele Auguren ihr in den politisch aufgewühlten Zeiten einen Sieg voraussagen, konnte die Schauspielerin bei den Golden Globes ihre Nominierung immerhin nicht in einen Sieg ummünzen. 

Dies gelang stattdessen der Grande Dame des französischen Kinos, Isabelle Huppert, die mit ihrer kryptischen Darstellung in Paul Verhoevens "Elle" den Goldglobus einheimste. Auch sie trägt das Werk über sexuelle Abgründe und die Emanzipation einer Frau weitgehend selbst. Zugleich wäre ein Oscargewinn für die 63-Jährige eines der raren, aber durchaus existierenden Beispiele für einen nicht-englischsprachigen Hauptrollengewinn. Erschwerend kommt allerdings noch hinzu, dass die Thematik des Vergewaltigungs-Thrillers dem einen oder anderen Academy-Mitglied zu gewagt sein dürfte. 

Aus dieser Perspektive hat Emma Stone freies Feld, glänzt die 28-Jährige doch an der Seite des ebenfalls nominierten Ryan Gosling in Damien Chazelles Wiederbelebung des großen Hollywoodmusicals, "La La Land" - dem heurigen Nominierungskönig mit 14 Nennungen. Mit ihrer Leistung im Schauspiel- und Gesangsbereich entzückte Stone nicht nur zahlreiche Fans, sondern überzeugte auch schon einige Jurymitglieder, wie die Golden-Globes-Vertreter in der Sparte Musical/Komödie oder zuletzt bei den britischen Baftas, wo sie die Ehrung als beste Schauspielerin entgegennehmen konnte. 

Gegen dieses starke Trio gehen zwei Kolleginnen eher mit Außenseiterchancen ins Rennen - eine als Newcomerin, eine als Altmeisterin. So ist Meryl Streep für ihre Interpretation der legendären Sängerin aus Leidenschaft, "Florence Foster Jenkins", bereits zum 16. Mal für einen Hauptrollen-Oscar nominiert (die vier Nebenrollen-Nominierungen gar nicht mitgerechnet). Dass die 67-jährige Hollywood-Doyenne heuer jedoch ihre vierte Trophäe mit nach Haus nehmen darf, gilt als eher unwahrscheinlich. 

Ebenso wäre ein Oscar für Ruth Negga eine Überraschung. Immerhin ist die 36-Jährige für ihre Darstellung in Jeff Nichols' Drama "Loving" gleich bei ihrer ersten großen Spielfilmrolle in der wichtigsten Kategorie der Branche nominiert. Die irisch-äthiopische Schauspielerin spielt in dem auf einem historischen Fall beruhenden Gerichtsdrama Mildred Loving, die gemeinsam mit ihrem weißen Ehemann Richard (Joel Edgerton) 1967 die Gesetze gegen "Mischehen" zu Fall brachte.

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