Mi, 14. November 2018

Lizenz entzogen

29.07.2016 16:24

Türkei-Putsch trifft auch Sender in Aserbaidschan

Der Putschversuch in der Türkei zieht immer weitere Kreise: Wegen seiner Berichterstattung hat nun ein Gericht in der Südkaukasusrepublik Aserbaidschan einem privaten Fernsehsender vorübergehend die Lizenz entzogen.

Der Kanal ANS habe Propaganda verbreitet und dabei eine Position eingenommen, die der strategischen Partnerschaft zwischen Aserbaidschan und der Türkei schade, so die Rundfunkbehörde in der Hauptstadt Baku.

ANS habe unter anderem den Putschversuch vom 15. Juli in einer Reportage als Inszenierung durch die türkische Regierung dargestellt, hieß es nach örtlichen Medienberichten vom Freitag. Daher müsse der Sender rückwirkend ab dem 18. Juli für einen Monat die Arbeit einstellen, entschied das Gericht. ANS kündigte an, die Entscheidung anzufechten. Zuvor hatte zudem ein Mitarbeiter in den USA den geistlichen Fethullah Gülen interviewt, den die türkische Führung als Drahtzieher des Staatsstreiches sieht. Die Türkei ist einer der engsten Verbündeten der muslimisch geprägten Ex-Sowjetrepublik. Aserbaidschanisch ist eine Turksprache und daher mit dem Türkischen eng verwandt.

In der Türkei geht die "Säuberung" kritischer Medien indes ebenfalls weiter: Am Mittwoch ordnete die Regierung in Ankara die Schließung von 45 Zeitungen und 16 Fernsehsendern an. Nach dem gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen und Dutzende Haftbefehle ausgestellt.

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