Mi, 19. Dezember 2018

Brennpunkt Idomeni

16.03.2016 13:00

Grüne aus Österreich bei Grenzdrama verhaftet

Was bereits von Nachrichtendiensten angedeutet wurde, ist jetzt Gewissheit: Unter den Aktivisten, die mit Hunderten Flüchtlingen den eiskalten Grenzfluss bei der griechischen Ortschaft Idomeni durchquert haben, waren Deutsche und Österreicher. Die mazedonische Polizei hat dabei auch die Wienerin Fanny M. verhaftet, möglicherweise ein Parteimitglied der Grünen. Wie berichtet, starben drei Flüchtlinge bei der für TV-Teams inszenierten Flussüberquerung.

Im Rahmen der Wienwoche 2013 hatte M. als Angehörige einer "politischen Arbeitsgruppe" dafür plädiert, Abschiebungen zu verhindern und sich für ein Wahlrecht für Asylwerber eingesetzt. Bis vor Kurzem war sie zudem Mitarbeiterin der grünen Bildungswerkstatt.

Noch ist ungeklärt, welche Rolle die Aktivistin bei der Tragödie am Grenzfluss zwischen Griechenland und Mazedonien hatte. "Wir können nur bestätigen, dass diese Person von den mazedonischen Sicherheitskräften bei der Aktion am Montagnachmittag festgenommen wurde", kommt dazu aus dem Außenministerium in Wien.

Zwei Männer und eine Frau ertrunken
Sowohl im Außenamt als auch im Innenministerium waren bereits am Montagabend Meldungen von Nachrichtendiensten eingetroffen, wonach der versuchte Durchbruch Hunderter Flüchtlinge durch die mazedonischen Grenzsperren von Aktivisten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen vorbereitet und unterstützt worden sei.

Das Ergebnis dieser Aktion ist bekannt: Zwei Männer und eine Frau sind im kalten Fluss ertrunken, Dutzende Flüchtlinge wurden verletzt, Hunderte wurden von der mazedonischen Armee wieder in Lkws zurück nach Griechenland gebracht. Weniger als 300 Asylwerber dürften es bei diesem Durchbruchsversuch bis ins Hinterland geschafft haben - und werden bald vor der nächsten Grenzsperre zwischen Mazedonien und Serbien stehen.

Parteimitglied oder nicht?
Bei Österreichs Grünen wird der Fall nur knapp kommentiert: "Das ist nur eines von Tausenden Parteimitgliedern." Die Frage, ob der Wienerin nun ein Parteiausschluss drohe, sei "verfrüht", hieß es am Dienstag auf Nachfrage der "Krone".

Eine Kollegin dieser Pressesprecherin korrigierte später: "Fanny M. ist kein Parteimitglied." Man könne auch nicht sagen, ob derzeit österreichische Grüne als Aktivisten in Idomeni sind - was kurz vor der Bundespräsidentschaftswahl nicht wirklich ideal wäre. Auch wenn der grüne Kandidat offiziell unabhängig ist.

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