12.07.2006 14:21 |

Badetanker

Wiener Badeschiff wird eröffnet

Wiens erstes Badeschiff wird am Mittwochabend eröffnet. Verzögerungen beim Schiffsbau in der Berliner Heimatwerft, bei der Endmontage im Wiener Hafen Freudenau und ein Vandalenakt an der Uferverankerung sind überstanden. Das schwimmende Schwimmbecken oberhalb der Urania wird von Umweltstadträtin Ulli Sima am Abend getauft und mit einer Party eingeweiht.

Dann stehen Besuchern am Kanal neben einem rund 25 Meter langen Becken auch 500 Gastronomieplätze zur Verfügung. Außerdem wird im Bauch des Hauptschiffes eine Cocktailbar eingerichtet. An Land finden sich außerdem Liegen, die verblüffend an ihre Vorbilder "Enzi" aus dem Museumsquartier erinnern.

Die eigentliche Hauptattraktion soll aber das Schwimmbecken werden. Bei einer Tiefe von 1,50 Metern dürfte das Badevergnügen auch für nicht sattelfeste Schwimmer ungefährlich sein. Selbst bei starkem Wellengang im Kanal habe man kein Problem im Becken, versicherte Mitorganisator Michael Lachsteiner. Durch das Gewicht der Wassermenge liege der Pool stabil im Kanal.

Sie hatte Mitte Mai das aus zwei ehemaligen Lastkähnen bestehende Schiff von der Werft in Berlin auf eine mehrwöchige Reise nach Wien geschickt. Nach der Ankunft im Hafen Freudenau Mitte Juni erfolgten die notwendigen Aufbauten des bis dato noch kahlen Schiffes. Nun befindet sich auf dem kleineren Teilschiff das Becken, auf dem größeren Sonnendeck und Gastronomie.

Badeschiff soll im Winter als Musikclub fungieren
Bei einem durchschnittlichen Besucherandrang von 300 Personen täglich werde sich das 1,5 Millionen Euro teure Projekt in fünf Jahren amortisieren. Dies hofft die Betreiberfirma Expedit, die unter anderem auch für die Strandbar "Adria Wien" verantwortlich zeichnet. Etwaige Badegäste müssen mit fünf Euro für die Tageskarte kalkulieren, beziehungsweise mit fünf Euro pro Einlass ab 18.00 Uhr. Im Winter ist angedacht, im Bauch des Schiffes einen Musikclub einzurichten.

Badeschiffe liegen voll im Trend
Die Idee eines Badeschiffes scheint allgemein im Trend zu liegen. Nachdem das Prinzip sich Anfang des vorigen Jahrhunderts bereits einmal großer Beliebtheit erfreute, zwischenzeitlich aber in Vergessenheit geriet, laufen derzeit in vielen Großstädten die Badetanker vom Stapel.

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