04.07.2006 08:27 |

Frontalcrash

Familiendrama zu Ferienbeginn

Der sonnige Ferienbeginn in Ostösterreich wird von einem Unfall-Drama überschattet. Auf einer schnurgeraden Landstraße im Weinviertel stießen in der Nacht zum Montag zwei Autos frontal zusammen. Bei dem Horror-Crash wurden vier Menschen getötet: eine fünffache Mutter, ihr Lebensgefährte und ein Sohn sowie der Lenker des zweiten Wagens. Zwei weitere Kinder - ein 5-jähriger Bub und ein 6-jähriges Mädchen - wurden schwerst verletzt.

„Es war grauenhaft. Die Erwachsenen waren gleich beim Aufprall tot. Wir konnten ihnen nicht mehr helfen“, schüttelt ein Feuerwehrmann wenige Stunden nach dem Unglück den Kopf, „ein Auto stand in Flammen, überall Scherben - und dann die Leichen...“

Nach wie vor kann sich niemand erklären, weshalb es gegen 23 Uhr auf der kerzengeraden Straße bei Hadres zu dem Horror-Crash gekommen ist. Fest steht nur, dass es keine Bremsspuren gibt und die beiden Autos mit voller Wucht zusammengestoßen sind.

Am Steuer des VW-Passats saß die fünffache Mutter Marianne K. (43). Am Beifahrersitz ihr 50-jähriger Lebensgefährte Wolfgang G. und am Rücksitz ihre drei jüngsten Kinder Eric (12), Andreas (6) und die 5-jährige Katherina. Nach dem Zusammenstoß wurde ihr Auto auch noch gegen einen Baum geschleudert und das Wrack völlig demoliert. Für die Mutter, ihren Freund sowie den zwölfjährigen Buben kam jede Hilfe zu spät. Sie starben noch an der Unglücksstelle.

Dennoch gelang es den Feuerwehrleuten, die beiden noch lebenden Kinder aus dem völlig zerstörten Wagen zu befreien. Mit Bergescheren schnitten sie das Wrack auf und retteten die Geschwister. Die Fünfjährige wurde mit der Rettung nach Horn und der schwer verletzte Bub nach Korneuburg ins Spital gebracht. Dank des Einsatzes der Ärzte konnte der Wettlauf gegen den Tod gewonnen werden. Die beiden kleinen Unfallopfer sind bereits außer Lebensgefahr.

Für den 40-jährigen Lenker des zweiten Pkw hingegen kam jede Hilfe zu spät. Edwin P. wurde bei dem Crash durch die Windschutzscheibe aus dem Auto geschleudert und getötet. Wenig später explodierte sein Auto und brannte aus.

Während die Helfer die Unglücksstelle räumten, kreiste ein Hubschrauber über der Landstraße. Das Scheinwerferlicht aus der Luft tauchte den Todesort in ein gespenstisches Licht. Von oben aus suchte die Helikopterbesatzung nach weiteren Opfern. „Wie soll es nur weitergehen?“ - Völlig verzweifelt trauern nun auch die beiden erwachsenen Töchter um ihre getötete Mama.

VON CHRISTOPH MATZL UND KLAUS LOIBNEGGER, KronenZeitung

 

Sonntag, 12. Juli 2020
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