Mi, 22. Mai 2019
06.01.2016 19:36

Mütter verzweifelt

Vier Babys in Kärnten anonym geboren

Zwei Jahre ist es her, als in Klagenfurt letztmals ein Babyfund für Bestürzung sorgte. Am Dienstag hat es erneut einen schockierenden Zwischenfall gegeben (siehe Infoxbox). Um solche dramatischen Schicksale zu vermeiden, bietet das Klinikum die Möglichkeit zur Anonymgeburt. "Niemand muss sich schämen", betont Hebammenleiterin Beate Lamprecht-Pfeifenberger. 2015 gab es vier Anonymgeburten.

Es war der 4. Jänner 2014, als ein weiblicher Fötus in einem Gebüsch entdeckt wurde. Danach hatte sich herausgestellt, dass ein 17-jähriges Mädchen das Baby tot zur Welt gebracht hatte.

Nun dürfte erneut eine Frau in ihrer Verzweiflung ihr Neugeborenes weggelegt haben. "Wir können Mütter - gerade in so einer Situation - nur eingehend ersuchen, dass sie professionelle und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen", sagt Beate Lamprecht-Pfeifenberger, leitende Hebamme am Klinikum, wo seit 2005 die anonyme Geburt angeboten wird. "Mütter werden vor, während und nach der Geburt betreut, ohne Daten bekannt geben zu müssen." Alleine im Vorjahr gab es vier Anonymgeburten.

- Ebenso gibt es die Babyklappe, wo bisher ein Neugeborenes abgegeben wurde.

- Dritte Option ist die vertrauliche Geburt. "Da können Kinder ihre Mama später kennen lernen."

Das Angebot nutzen nicht nur Jungmamas. "Es geht durch alle Altersgruppen", so Lamprecht-Pfeifenberger. In zwei Drittel der Fälle sei es sogar gelungen, dass Mamis ihre Kinder doch behielten.

"In Zukunft wollen wir das Angebot weiter ausbauen!" Schließlich sollen sich solche Fälle, wie am Dienstag in Klagenfurt, nie mehr wiederholen.

Symbolbild

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