Mi, 20. Juni 2018

Cannes-Aufreger

30.12.2015 13:50

"Love": Bettspielchen in 3D

Ja, es geht handfest zur Sache in Gaspar Noes neuem Film "Love" (Kinostart: 1. Jänner): Bereits zum Auftakt zeigt der argentinische Regisseur eine mehrminütige Sexszene zur Einstimmung in sein Beziehungsdrama, das zwar mit dem Aufregerpotenzial der unzensierten Lust samt ejakulierendem Penis spielt, im Kern jedoch eine ernsthafte Reflexion über verflossene Liebe und die Suche nach Freiheit ist.

Der junge Amerikaner Murphy (gespielt vom großartigen US-Nachwuchsschauspieler Karl Glusman) ist in Paris unglücklich liiert mit einer Frau, die den im Deutschen etwas unglücklichen Namen Omi trägt (Klara Kristin), mit der er ungeplant ein Kind bekommen hat. Er erwacht am Neujahrstag und sinniert verkatert über seine Exfreundin Electra (Aomi Muyock), die mittlerweile verschwunden ist, während um ihn der Alltag der Kleinfamilie seinen Gang geht, der ihn anwidert.

Noe, der auch schon mit Werken wie "Irreversible" auf das Mittel der Provokation setzte, gestaltet die langen Rückblenden auf Murphys und Electras Amour fou mit aller Drastik und konzentriert sich dabei vornehmlich auf das Sexleben der beiden Möchtegernkünstler. Das reicht von der Ejakulation aus dem Inneren der Frau gefilmt bis zur Ejakulation in Richtung Kamera - Noe nützt die Möglichkeiten der 3D-Technik vollends aus, was das Premierenpublikum bei der Präsentation in Cannes 2015 in Aufregung versetzte.

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