Mi, 18. Juli 2018

Nach Terroralarm

11.12.2015 20:23

Genf: Zwei verdächtige Syrer festgenommen

In Genf sind am Freitag laut Medienberichten zwei Syrer wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es aber noch nicht. Wegen einer "konkreten Anschlagsgefahr" hatte die Genfer Polizei nach mehreren Terrorverdächtigen gefahndet. Die Terrorwarnstufe in der Schweizer Metropole war erhöht worden, am Flughafen wurde Bombenalarm ausgelöst, nachdem ein verdächtiges Gepäckstück entdeckt worden war. Die Lage sei allerdings nicht mit jener in Brüssel vergleichbar, sagte Sicherheitsdirektor Pierre Maudet der Zeitung "Le Temps".

Im Auto der Verdächtigen seien Sprengstoffspuren gefunden worden, berichtete der öffentlich-rechtliche Schweizer Fernsehsender SRF am Freitagabend. Auf einer Straße, die an die Grenze zu Frankreich führe, sei ein Polizeieinsatz im Gange.

Die Genfer Polizei wollte sich nicht dazu äußern, ob die beiden Festnahmen mit der seit Mittwoch laufenden Fahndung nach vier mutmaßlichen Islamisten mit Verbindungen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zusammenhängen.

Alarmstufe in Genf erhöht
Nach einem Hinweis der Schweizer Bundesbehörden hatten die Behörden in Genf und der Region am Donnerstag zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert und die Alarmstufe auf 4 angehoben. In der Genfer Niederlassung der Vereinten Nationen wurde sogar die höchste Warnstufe ausgerufen. Entgegen ersten Meldungen soll die Polizeiaktion jedoch nicht mit der Anschlagsserie in Paris in Verbindung stehen.

Nach Angaben eines UNO-Sicherheitsmannes war der Alarm am Mittwochabend gegen 20 Uhr ausgelöst worden. Das gesamte Hauptquartier sei durchsucht, Mitarbeiter seien evakuiert worden. Das hatte es bisher noch nie gegeben. Wachen mit Gewehren patrouillierten auch am Donnerstag noch im Inneren des Gebäudes. Dort arbeiten tagsüber mehrere Tausend Mitarbeiter, 400 Wachen der UNO sind für ihren Schutz abgestellt.

Die Tageszeitung "Tribune de Geneve" veröffentlichte auf Twitter ein Bild von den vier Männern, nach denen gefahndet wird.

"Besondere Warnung" an jüdische Gemeinde
In Genf und in der gesamten Region wurden zusätzliche Polizeikräfte mobilisiert. Vor allem am Flughafen und am Bahnhof waren zusätzliche Kräfte im Einsatz. Die jüdische Gemeinde wurde Medienberichten zufolge besonders gewarnt, die Botschaft der USA in Bern rief US-Bürger in der Schweiz zu erhöhter Wachsamkeit auf.

"La Tribune de Geneve" berichtete, dass neben den vier Islamisten noch zwei weitere Verdächtige gesucht würden. Sie seien mit einem Nutzfahrzeug mit belgischen Kennzeichen in der Nacht auf Mittwoch ins Land gekommen. Das Fahrzeug sei in Genf gesehen worden, bevor es die Schweiz wieder verließ. Der Zeitung zufolge ist unklar, ob die beiden Fahndungen in einem Zusammenhang stehen.

Europäische Metropolen in Angst vor Terror
Bei den bisher schlimmsten Attentaten in Frankreich waren am 13. November in Paris 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden. Mehrere Attentäter hatten in Pariser Cafés, Restaurants, im Konzertsaal Bataclan sowie vor der Fußballarena Stade de France wahllos auf Menschen geschossen oder sich selbst in die Luft gesprengt.

Die meisten Angreifer sind inzwischen identifiziert. Nach Salah Abdeslam, dem Bruder eines der Selbstmordattentäter, wird seit den Anschlägen gefahndet. Seine genaue Rolle bei den Attacken ist noch unklar. Die Ermittler gehen davon aus, dass er die Stade-de-France-Angreifer mit einem Renault Clio zum Stadion fuhr. Seit der Anschlagsserie kam es in mehreren europäischen Metropolen zu Polizeirazzien, bei denen Terrorverdächtige verhaftet wurden. Sowohl Großbritannien als auch Deutschland befürchten den nächsten großen Terrorschlag auf ihrem Territorium.

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