17.06.2006 14:37 |

H5N1-Alarm

Erster Vogelgrippe-Fall bei Hausgeflügel in Ungarn

Das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 ist in Ungarn erstmals bei Hausgeflügel aufgetreten. Die in der vergangenen Woche in einem landwirtschaftlichen Betrieb in der südlichen Ortschaft Kiskunmajsa erkrankten Zuchtgänse wurden vom H5N1-Erreger befallen, berichtete der ungarische Rundfunk Samstag früh unter Berufung auf Untersuchungsergebnisse aus dem EU-Referenzlabor in London. Und erstmals ist auch in Kanada das Vogelgrippe-Virus aufgetaucht. Ob es sich dabei allerdings um die H5N1-Variante handelt, ist noch unklar.

Ungarn brauche keine zusätzlichen Maßnahmen zu ergreifen, sagte Oberstveterinär Miklos Süth dem Rundfunk. Die Behörden hätten bereits beim ersten Auftreten des Vogelgrippeverdachts in Kiskunmajsa so gehandelt, als seien die Tiererkrankungen vom H5N1-Untertyp hervorgerufen worden.

Unter anderem waren in der Umgebung des betroffenen Landwirtschaftsbetriebs 440.000 Hühner, Enten und Gänse gekeult und Sperrzonen eingerichtet worden. In Ungarn hatte das H5N1-Virus bis dahin nur Wildvögel befallen.

Vogelgrippe-Diagnose in Kanada
In Kanada ist ein Gänseküken mit Vogelgrippe diagnostiziert worden. Bisher ist noch nicht ermittelt, ob es sich bei dem Erreger um das tödliche H5N1-Virus handelt. Die Zeitung "Globe and Mail" berichtete am Freitagabend, dass das erkrankte Tier in einer kleinen Geflügelzucht in der Provinz Prince Edward Island auffiel.

Dem Bericht zufolge weist bisher nichts darauf hin, dass das H5N1-Virus nun auch nach Nordamerika vorgedrungen ist. Die kanadische Lebensmittelaufsicht erinnerte daran, dass Vögel und Geflügel in Massen sterben, wenn sie mit H5N1 in Kontakt kommen. Das treffe in diesem Fall nicht zu.