Mi, 26. September 2018

Forscher überrascht

29.10.2015 10:51

Ozonloch über Antarktis heuer stark gewachsen

Nachdem es seit Jahren geschrumpft war, ist das Ozonloch über der Antarktis heuer wieder stark gewachsen. Daten, die Satelliten zur Erde gefunkt haben, zeigen Loch von etwa der Größe Nordamerikas in der schützenden Ozonschicht der Atmosphäre. Verantwortlich dafür sind laut Forschern veränderte Luftströmungen in der Stratosphäre.

Zurzeit erstreckt sich das Ozonloch über dem Südpol über eine Fläche von 26 Millionen Quadratkilometer und ist damit größer als der nordamerikanische Kontinent. Aktuell ist es um crund 2,5 Millionen Quadratkilometer größer als zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Nur 2006 war es mit 27 Millionen Quadratkilometern noch größer.

Wissenschaftler des Erdbeobachtungszentrums (EOC) am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben diese Entwicklung mithilfe von Satelliten dokumentiert. Sie beobachten permanent die schützende Ozonschicht und analysieren die Veränderungen.

Alljährlich wiederkehrendes Phänomen
Der starke Ozonabbau über der Antarktis ist ein jährlich wiederkehrendes Phänomen. In der Stratosphäre, in einer Höhe von circa zehn bis 50 Kilometern, reichern sich im Winter Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKWs) Temperaturen. Jetzt, im Frühling auf der Südhemisphäre, führt die Sonneneinstrahlung dazu, dass diese Stoffe ihre ozonzerstörende Wirkung maximal entfalten können.

Daher erreicht das Ozonloch seine maximale jährliche Ausdehnung in den Frühlingsmonaten der Südhalbkugel und schließt sich im dortigen Spätfrühjahr. Zuletzt schien sich das Ozonloch stabilisiert zu haben, sodass eine ganz allmähliche Erholung der Ozonschicht vermutet wurde. Dieses Jahr hat sich das Ozonloch jedoch einen Monat später gebildet und ist jetzt fast so groß wie vor neun Jahren.

Veränderte Luftströmungen in der Stratosphäre
Sowohl die aktuelle Größe des Ozonlochs und dessen verspätetes Auftreten überraschten die EOC-Forscher. Bei ihren Analysen zu den Ursachen konnten sie veränderte Luftströmungen in der Stratosphäre beobachten, die als mögliche Ursache für das Ausmaß des derzeitigen, fast kreisrunden Ozonloches in Frage kommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.