Mo, 20. August 2018

Griechenland-Krise

18.06.2015 19:52

Euro-Gruppen-Sitzung ohne Deal beendet

Die Euro-Gruppe in Luxemburg hat nach nicht einmal eineinhalbstündigen Beratungen über die Griechenland-Krise die Sitzung am Donnerstagabend beendet. Eine Einigung gab es nicht, hieß es. Zuvor hatte der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis neue Vorschläge seiner Regierung für eine Lösung der Schuldenkrise vorgelegt.

Genaue Inhalte wurden nicht bekannt. Allerdings soll Varoufakis bei seiner Forderung nach einem Schuldenschnitt geblieben sein. Gleichzeitig wurde erklärt, dass das fünfseitige Papier auch einige Änderungen enthalten könnte. So deute einiges darauf hin, dass Griechenland bei der strittigen Frage von Pensionskürzungen, wie dies die EU-Institutionen verlangen, zumindest geringfügig nachgeben könnte.

IWF gewährt Athen keine Gnadenfrist
Die Zeit wird nun immer knapper, zumal auch der Internationale Währungsfonds am Donnerstag bekannt gab, dass es keine Gnadenfrist mehr für Athen geben werde. Griechenland muss seine Schulden beim IWF pünktlich zum Monatsende begleichen. "Die Zahlung von Griechenland ist am 30. Juni fällig. Es gibt keine Gnadenfrist von einem oder zwei Monaten", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. "Wenn das am 1. Juli nicht bezahlt ist, ist es nicht bezahlt", sagte sie.

Griechenland muss gebündelte Juni-Raten von insgesamt nahezu 1,6 Milliarden Euro am Monatsende an den IWF zurückzahlen. Viele trauen dem Krisenland nicht mehr zu, diesen Betrag aus eigener Kraft zu stemmen. Nach wie vor herrscht unter den Finanzministern der Euro-Gruppe Verärgerung und Enttäuschung über das Vorgehen Athens.

Schelling: "Das Spiel ist zu Ende"
Am Donnerstag äußerte sich auch Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling klar und deutlich: "Langsam fehlt mit der Glaube, auch die Geduld." Schelling meinte, man müsse den Griechen "klar zum Ausdruck bringen, dass das Spiel zu Ende ist". Ein Euro-Austritt Athens wäre für die Euro-Zone beherrschbar. "Die ganz große Katastrophe wäre das für Griechenland. Die Staatsschulden steigen von 200 auf 400 Prozent". Er sei jedenfalls "fassungslos, wenn ich sehe, wie Griechenland bisher fast tatenlos agiert hat", so Schelling.

Euro-Sondergipfel am Montag
Doch auch nach dem abrupten Ende der Verhandlungen am Donnerstag ist die Hoffnung auf eine Lösung noch nicht gestorben. Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem selbst erklärte, dass es noch nicht zu spät sei, eine Einigung für eine Verlängerung des Rettungsprogramms zu finden.

EU-Ratspräsident Donald Tusk setzte für kommenden Montagabend einen Euro-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs zur griechischen Schuldenkrise an. Nun sei es an der Zeit, "dringend die Situation in Griechenland auf höchster politischer Ebene zu diskutieren", betonte Tusk. Vor dem Gipfel kommen zudem am Nachmittag erneut die Euro-Finanzminister zu einer Sondersitzung zur Lösung der Griechenland-Krise zusammen.

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