06.03.2006 11:38 |

Atom-Streit

IAEO berät über Atomprogramm des Iran

Am Montag nimmt der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien seine entscheidenden Beratungen darüber auf, ob der Dauerstreit um das iranische Atomprogramm endgültig vor den UNO-Sicherheitsrat gebracht wird. Der entsprechende Bericht von IAEO-Generaldirektor ElBaradei steht voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch am Programm.

Prinzipiell hatte das Gremium schon im Februar beschlossen, den Weltsicherheitsrat zu informieren. Der UNO-Sicherheitsrat sollte sich allerdings erst nach der bevorstehenden IAEO-Sitzung konkret mit dem Fall befassen. ElBaradei ist der Meinung, dass "Ungewissheiten" über Umfang und Natur des Atomprogramms in den vergangenen drei Jahren nicht ausgeräumt werden konnten.

Teheran will auf bisherigem Kurs beharren
Kurz vor Beginn der Sitzung bekräftigte der iranische Präsident Ahmadinejad, dass sich Teheran nicht vom seinem Kurs abbringen lasse will. "Das politische Tamtam des Westens wird nicht den geringsten Einfluss auf unsere Entscheidung haben, und wenn sie (die westlichen Staaten) politischen Druck machen, dann werden wir unsere Herangehensweise ändern", sagte Ahmadinejad am Montag nach Angaben der iranischen Agentur ISNA.

Unmissverständliche Drohung
Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton hatte am Sonntag Teheran unmissverständlich gedroht. Die USA würden alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um mögliche Bedrohungen durch ein iranisches Atomprogramm zu beantworten. Wenn Teheran sich weiter international isoliere, müsse sich das Land auf "spürbare und schmerzliche Konsequenzen" einstellen, sagte Bolton nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN.