Fr, 17. August 2018

Schock in Indien

03.01.2015 13:45

Japanerin wochenlang eingesperrt und vergewaltigt

In Indien hat erneut ein brutaler Vergewaltigungsfall für Aufsehen gesorgt: Eine japanische Touristin soll drei Wochen lang unter Waffengewalt in einem unterirdischen Raum festgehalten und wiederholt vergewaltigt worden sein. Die Behörden ermitteln mittlerweile gegen mindestens fünf Männer, die es als Touristenführer offenbar gezielt auf junge Ausländerinnen abgesehen hatten.

Die Japanerin hatte im November in einem Hotel in Kalkutta eingecheckt. Dort lernte die Studentin, die alleine in Indien auf Forschungsreise war, laut indischen Medienberichten einen örtlichen Touristenführer mit japanischen Sprachkenntnissen kennen. Der Mann mit dem Namen Wasim Khan habe sie bei einem Besuch der heiligen buddhistischen Stätte Bodhgaya im nordindischen Bundesstaat Bihar begleitet.

Frau in Gefangenschaft mehrfach vergewaltigt
Dort soll der Inder die Frau dann Ende November überwältigt und vergewaltigt haben. Anschließend sei die 22-Jährige mit Hilfe von zwei weiteren Männern, einem Brüderpaar, das ebenfalls als Touristenführer in der Region arbeitete, in einem unterirdischen Raum gefangen gehalten und mehrfach sexuell missbraucht worden. Zudem soll Khan laut einem Bericht der "Times of India" umgerechnet rund 1.000 Euro vom Bankkonto der Japanerin abgehoben haben.

Ende Dezember, nach rund drei Wochen Gefangenschaft, wurde die Studentin dann laut Polizei wegen ihres sich verschlechternden Gesundheitszustands von ihren Peinigern zur medizinischen Behandlung in die Ortschaft Gaya gebracht. Von dort konnte die junge Frau entkommen und sich an japanische Touristen wenden, die ihr halfen, das japanische Konsulat in Kalkutta zu kontaktieren. Das Konsulat alarmierte daraufhin die örtlichen Behörden.

Polizist: "Gruppe lockt gezielt Frauen in die Falle"
Indischen Medien zufolge seien bis Samstag insgesamt fünf Männer in Zusammenhang mit dem Fall festgenommen worden, nach mindestens drei weiteren Verdächtigen werde gefahndet. Laut einem hochrangigen Polizisten in Kalkutta, der an den Ermittlungen beteiligt ist, handle es sich um eine ganze Bande an Touristenführern, die speziell allein reisende Touristinnen ins Visier nehmen. Diese Gruppe "lockt gezielt Frauen in die Falle", so Kanti Gosh gegenüber dem "Indian Express".

Sexuelle Gewalt ist Indien weit verbreitet. Vor zwei Jahren hatte der Fall einer Studentin weltweit für Empörung gesorgt, die von einer Gruppe in Neu Delhi so brutal vergewaltigt worden war, dass sie an ihren Verletzungen starb. Doch trotz der allgemeinen Empörung und einer Verschärfung der Strafgesetze hält die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Indien unvermindert an: Einer Regierungsstatistik zufolge wird alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Auch ausländische Frauen wurden zuletzt mehrfach Opfer, die Zahl der Touristen in Indien ging nach entsprechenden Berichten zurück.

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