24.11.2014 17:01 |

Populisten-Netzwerk

Kreml-Millionen für Europas Rechtsparteien?

Für die Befreiung aus der internationalen Isolation lässt Russlands Präsident Wladimir Putin den Rubel rollen. Jetzt mehren sich die Hinweise, dass der Kreml an einem politischen Netzwerk quer durch Europa arbeitet. Dabei bedient man sich vor allem rechtspopulistischer Parteien - etwa mit großzügig gewährten Krediten wie an Frankreichs Marine Le Pen.

Dem rechtsextremen Front National von Le Pen soll ein Kredit über neun Millionen Euro gewährt worden sein. Gelaufen ist dieses Geschäft über die russische First Czech Russian Bank. Bisher sollen zwei Millionen Euro geflossen sein. Partei-Kassier Wallrand de Saint-Just hat das am Montag gegenüber der Internetzeitung "Mediapart" bestätigt. Das Geld werde vom Front National vor allem für die Organisation des Parteitages benötigt.

Angebahnt hatte die Geldbeschaffung in Moskau der rechtspopulistische EU-Abgeordnete Jean-Luc Schaffhauser. Geholfen hätten dabei die guten Beziehungen Le Pens zu den einflussreichen Putin-Einflüsterern im Kreml. Le Pen hatte sich zuletzt immer wieder deutlich gegen die europäischen Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.

Auch Strache hat guten Draht nach Moskau
Über gute Kontakte nach Moskau soll auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verfügen. Die Freiheitlichen hatten sich gegen die Russland-Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise ausgesprochen. Strache gilt als Putin-Verteidiger, der den Kreml-Chef einen "reinen Demokraten" nennt. Das kommt in russischen Führungskreisen sehr gut an.

Der als "Putins Chefideologe" bezeichnete Philosoph Alexander Dugin war Anfang Juni extra zu einem Gipfel der Super-Nationalisten mit dem FPÖ-Chef ins Stadtpalais Liechtenstein nach Wien gekommen. Wenige Monate später reiste der enge Strache-Vertraute Johann Gudenus nach Moskau, um bei einem obskuren Treffen in der Christ-Erlöser-Kathedrale die EU und eine angebliche "Homosexuellen-Lobby" zu kritisieren.

Gerüchte, die Strache-Partei erhalte vom Kreml finanzielle Zuwendungen, weisen die Freiheitlichen zurück. "Wir bekommen definitiv kein Geld aus Russland. Das wäre außerdem ungesetzlich", sagt der FPÖ-Sprecher Karl-Heinz Grünsteidl.

AfD als Putins Deutschland-Kontakt?
Auch Bernd Lucke von Deutschlands "Anti-Euro-Partei" AfD hat am Montag einen "Bild"-Bericht dementiert, wonach seine Partei aus  seltsamen Gold-Geschäften mit dem Kreml finanziellen Profit schlagen könnte. Für deutsche Nachrichtendienste gilt die AfD laut "Bild" allerdings als "Putins wichtigster Partner in Deutschland".

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