Vor einigen Monaten bestand noch die Hoffnung auf sinkende Arbeitslosigkeit nach dem Sommer – diese hat sich zerschlagen. Im August gab es in der Steiermark erneut einen Anstieg, und das gleich um 5,1 Prozent! „Wir werden einen langen Atem brauchen“, sagt AMS-Geschäftsführerin Yvonne Popper-Pieber.
Bereits seit vier Jahren steigt die Arbeitslosigkeit in der Steiermark. Immer wieder gibt es Hoffnung auf einen erneuten Wirtschaftsaufschwung und damit auf sinkende Arbeitslosenzahlen – doch immer wieder zerschlägt sie sich. Zuletzt bestand im Frühjahr Zuversicht, dass sich über den Sommer die Lage entspannt. „Wir glauben nun nicht mehr, dass dies heuer passieren wird. Wir werden einen langen Atem brauchen“, sagt die stellvertretende steirische AMS-Geschäftsführerin Yvonne Popper-Pieber zur „Krone“.
Mit Stand Ende August waren 39.389 Personen in der Steiermark arbeitslos gemeldet (plus 5,4 Prozent im Vergleichszeitraum 2025), inklusive Schulungen waren 46.852 Steirerinnen und Steirer ohne Beschäftigung (plus 5,1 Prozent). Besonders stark war der Anstieg, wie schon das ganze Jahr über, bei Frauen (plus 6,7 Prozent).
Öffentlicher Dienst gerät unter Druck
Das hat unter anderem mit der schwierigen Lage im Handel und dem steigenden Pensionsantrittsalter zu tun, aber auch damit, „dass der öffentliche Dienst unter Druck gerät“, so Popper-Pieber. Bund, Länder und Gemeinden sparen, gerade im Sozialbereich. Daher waren Ende August 8948 Menschen im Bereich öffentlicher Dienst, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen arbeitslos (plus 9 Prozent), zugleich sank die Zahl der offenen Stellen dort um gleich 30 Prozent auf 852!
Auch die Gesamtzahl der beim AMS gemeldeten, sofort verfügbaren Stellen ging leicht um 2,7 Prozent auf 10.686 zurück. „Die Unternehmen sind zurückhaltend. Sie investieren weniger und brauchen daher auch weniger zusätzliches Personal“, sagt Popper-Pieber. Das gilt auch für die Industrie, die in der Steiermark besonders wichtig ist. In diesem Bereich werden fast 4500 Arbeitslose gezählt.
Neue Geschäftsstelle in Weiz eröffnet
Lichtblicke sind rar gesät. Hoffnung macht die Pensionierung der geburtenstarken Baby-Boomer-Jahrgänge, dadurch werden viele Jobs frei. Auch Bereiche wie Rüstung oder Ökologie/Nachhaltigkeit versprechen Wachstum. Vereinzelt stellen Firmen in größerer Zahl ein, etwa Andritz und Siemens im Raum Weiz. Apropos Weiz: Hier kam es zur Zusammenlegung der „AMS-Bezirke“ Weiz und Gleisdorf, seit Dienstag ist die neue Geschäftsstelle Weiz (Birkfelder Straße 25) unter der Leitung von Gabriele Maitz eröffnet.
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