Ein erfolgreicher Tischlerbetrieb muss vielleicht schließen, denn derzeit sieht die Suche nach einem Übernehmer ziemlich düster aus – trotz guten Umsatzes und innovativer Ideen.
Eigentlich müsste sich Michael Winkler keine Sorgen machen, denn sein Tischlereibetrieb „1A-Tischler“ in Perchtoldsdorf, Bezirk Mödling, läuft seit Jahren erfolgreich. „Die Auftragsbücher sind voll, der Jahresumsatz liegt bei rund 1,5 Millionen Euro“, so Winkler. Doch ausgerechnet jetzt droht dem Betrieb vielleicht demnächst das Aus – und das nur, weil sich kein Nachfolger findet.
Philosophie der Nachhaltigkeit soll bewahrt werden
Mit 65 Jahren möchte Winkler nun endlich in den Ruhestand gehen. Seit Jahren sucht er bereits jemanden, der sein Lebenswerk mit samt seiner Philosophie übernimmt – bisher vergeblich. „Es fehlt nicht an Arbeit, sondern an Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen“, klagt Winkler.


Dabei hat sich sein Betrieb auf etwas spezialisiert, das heute gefragter denn je ist – nämlich auf Nachhaltigkeit: Statt alte Fenster, Türen oder Möbel wegzuwerfen, werden sie repariert und saniert. Besonders historische Fenster seien oft aus hochwertigerem Holz gefertigt als moderne Modelle und könnten noch Generationen überdauern.
Auch technisch geht der Betrieb mit der Zeit. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz sollen Abläufe künftig noch effizienter werden – nicht um Mitarbeiter zu ersetzen, sondern sie zu entlasten. „Mein Betrieb ist so erfolgreich, weil ich mich über Sachen traue, die ich noch nie gemacht habe“, so der Geschäftsmann.
Trotz voller Auftragsbücher findet sich kein Nachfolger für meinen Betrieb – obwohl die Auftragsbücher voll sind.
Michael Winkler, Tischlermeister
Winkler wäre auch bereit, seinen Nachfolger die nächsten Jahre einzuschulen und zu begleiten. Selbst jemand ohne Tischlermeisterprüfung würde von ihm Unterstützung erhalten. Doch bislang blieb die Suche auch über die Wirtschaftskammer und Nachfolgebörsen erfolglos.
Sollte sich bis Jahresende niemand finden, will Winkler den Betrieb stark verkleinern oder ganz schließen. Ein Schicksal, das viele Handwerksbetriebe teilen. „Mit jedem Betrieb, der zu sperrt, geht wertvolles Fachwissen verloren“, sorgt er sich um die Zukunft seiner Zunft. Sein Wunsch: Dass sein Lebenswerk weiterlebt – und nicht mit seinem Pensionsantritt endet.
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