14.02.2006 19:24 |

Kannibalen-Prozess

"Kannibale" Meiwes als Mensch "liebenswürdigst"

Im zweiten Prozess gegen den so genannten "Kannibalen von Rotenburg" haben Zeugen am Dienstag erneut das umgängliche Wesen des Angeklagten Armin Meiwes bestätigt. Eine Nachbarin nannte den 44-Jährigen "den liebenswürdigsten Menschen, den ich kenne".

Sie würde ihm auch heute noch jederzeit ihre vier Kinder zur Betreuung überlassen. Gleichwohl sei er trotz Freundschaften und seiner Umgänglichkeit ein einsamer Mensch gewesen, sagte die Frau aus dem osthessischen Rotenburg-Wüstefeld.

Ingenieur entmannt, getötet und zerlegt
Nach seiner Bluttat im März 2001, als er einen Berliner Ingenieur entmannte, tötete und zerlegte, hat Meiwes mit Hinweisen auf sein Verbrechen nicht hinter dem Berg gehalten. So soll er nach der Aussage eines Jugendfreundes aus Essen bei einer Geburtstagsfeier zu vorgerückter Stunde unter Alkoholeinfluss von Menschenschlachtungen berichtet haben.

Der 41 Jahre alte Zeuge will dies aber nicht ernst genommen haben und musste sich nach der Entdeckung des kannibalischen Geschehens in die Behandlung eines Psychiaters begeben.

Zu Beginn verlas die Schwurgerichtskammer Vernehmungsprotokolle mehrerer "potenzieller Schlachtopfer", die Meiwes nach der Tat noch auf dem Gutshof in Osthessen besucht hatten. Seinen Berichten hätten sie nicht vertraut. "Ich habe ihm das nicht geglaubt, sondern hielt es nur für Wichtigtuerei", hatte einer der jungen Männer gesagt, der von Meiwes wieder nach Hause gefahren wurde.

Der Prozess wird am Donnerstag mit der nicht öffentlichen Vorführung des vom Angeklagten gedrehten Tatvideos fortgesetzt.

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