24.06.2014 19:58 |

Suarez mit Biss

1:0! Uruguay beißt Italien aus dem WM-Rennen

Es war kein schönes WM-Spiel, das Alles-oder-nichts-Duell am Dienstag in Gruppe D zwischen Italien und Uruguay, das über den Aufsteiger ins Achtelfinale zu entscheiden hatte – am Ende setzte sich Uruguay mit 1:0 durch. Den entscheidenden Treffer für die ab Minute 60 in Überzahl agierenden Südamerikaner erzielte Diego Godin (81.). Für den Aufreger der Partie sorgte allerdings der ohne Torerfolg gebliebene Luis Suarez, der unmittelbar vor dem Siegtreffer seinen italienischen Gegenspieler Giorgio Chiellini in die Schulter biss – damit aber bei Schiri Marco Rodriguez durchkam.

Über 30 Grad Celsius und beinahe 50 Prozent Luftfeuchtigkeit erwarteten die Kicker von Italien und Uruguay bei Spielbeginn im Estadio das Dunas, einem der drei am weitesten nördlich und damit dem Äquator am nächsten gelegenen Spielorte bei der Brasilien-Weltmeisterschaft. In den ersten Minuten der Hitzeschlacht von Natal standen vor allem die Stürmerstars Mario Balotelli, Edinson Cavani und Luis Suarez im Mittelpunkt: Ersterer mit dem ersten Foul des Spiels (1.) und weil ihm Uruguay-Verteidiger Cristian Rodriguez nach einem Zweikampf auf den Fuß fiel (3.), Zweiterer als von Marco Verratti heftig Gefoulter (4.) und Suarez erst durch ein Foul an Chiellini (5.) und dann als von Andrea Barzagli Gelegter (6.).

Erste zarte Annäherungsversuche an beide Gehäuse
Abseits der kompromisslosen Zweikampfführung wurde allerdings auch noch etwas Fußball gespielt. Die erste Halbchance des Spiels kreierte Suarez mit einer scharf angeschnittenen Flanke in den Strafraum, doch Italien-Goalie Gianluigi Buffon faustete den Ball ohne Probleme weg (8.). Die Italiener wurden erstmals durch Regisseur Andrea Pirlo gefährlich, seinen Schuss aus knapp 30 Metern lenkte Uruguay-Keeper Fernando Muslera aber über die Querlatte (12.).

Dann nahmen sich beide Teams eine längere "Pause", die erst von Uruguay - Cavani verfehlte eine Pereira-Hereingabe (20.) – und dann von Italien – Ciro Immobile drosch ein Zuspiel von Mattia de Sciglio (29.) in den Oberrang – kurz unterbrochen wurde. Die größte Chance im ersten Durchgang gehörte dann Uruguay: Suarez stürmte nach einem Doppelpass mit Nicolas Lodeiro in den Strafraum der Italiener, doch Buffon war vor dem "Uru"-Bomber am Ball. Auch den Nachschuss von Lodeiro entschärfte der italienische Tormann-Routinier sicher. Die Italiener, die wussten, dass ihnen ein Remis zum Aufstieg ins Achtelfinale reichen würde, wurden danach nur mehr einmal ansatzweise gefährlich, doch Immobile (40.) strauchelte im Strafraum der Südamerikaner.

Italien tauscht Balotelli aus und verliert Marchisio durch Rot
Mit der Auswechslung von Balotelli machte Italiens Teamchef Cesare Prandelli zur Pause klar, dass er noch intensiver an die Absicherung des torlosen Remis dachte – immerhin kam für den exzentrischen Stürmerstar des AC Mailand Mittelfeldspieler Marco Parolo. Die im selben Atemzug offensiver gewordeneren "Urus" hatten denn auch Probleme, für richtige Gefahr vor dem italienischen Tor zu sorgen. In Minute 51 forderte Cavani zwar einen Elfmeterpfiff nach einem Zweikampf mit Leonardo Bonucci, aber Schiedsrichter Marco Rodriguez entschied zu recht dagegen. Sieben Minuten später kam sein uruguayischer Namensvetter Cristian nach einem Doppelpass im Strafraum zum Schuss, er verzog aber. Wenig später sah dann Marchisio nach einem harten Einsteigen im Mittelfeld Rot (60.).

Suarez beißt Uruguay den Weg ins Achtelfinale frei
Mit einem Mann mehr begann nun ein Powerplay der Mannschaft aus Uruguay, und bereits in Minute 66 musste Buffon bei einem Flachschuss von Suarez ins linke untere Eck in extremis abwehren. Italien startete in der Folge zwar einige Konter, doch Immobile scheiterte zweimal (68., 69.). Solange hinten die Null stand, war die Elf von Coach Prandelli aber dennoch weiter auf Kurs ins Achtelfinale. Doch eine Entscheidung von Schiri Rodriguez sollte das Spiel zum Kippen bringen: Denn anstatt Suarez nach einer Beißattacke (!) auf Chiellini auszuschließen, durfte der bissige "Uru"-Bomber am Platz bleiben – und bei Elf-gegen-Zehn traf nach einem Corner für Uruguay Abwehr-Ass Godin zum entscheidenden 1:0 für den WM-Vierten von 2010. Und damit war das WM-Aus des vierfachen Weltmeisters besiegelt.

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