10.01.2006 14:33 |

Kein Happy End

Größter Zoo-Elefant der Welt stirbt vor Heimkehr

Der größte Zoo-Elefant der Welt ist einen Monat vor seiner geplanten Entlassung in die Freiheit gestorben. Wie die kanadische Zeitung "The Globe and Mail" berichtete, wurde der 27 Jahre alte Angus tot im Elefantenhaus des Bowmanville Zoos bei Toronto gefunden. "Ich habe geheult wie ein Schlosshund", sagte sein Pfleger und Besitzer Michael Hackenberger. Die Todesursache sei unklar.

Der bekannteste Elefant Kanadas wog mehr als sieben Tonnen - so viel wie sechs Kleinwagen - und war damit nach Angaben des Zoos der größte in Gefangenschaft lebende Elefant. Jeden Tag verspeiste er 200 Kilogramm Heu und trank 800 Liter Wasser. Im nächsten Monat sollte er von Kanada nach Südafrika geflogen und dort in einem Reservat freigelassen werden.

Im südafrikanischen Kruger-Nationalpark war er im Alter von zwei Jahren gefangen worden. Zunächst trat er in mehreren Zirkussen auf. Einmal nahm er ein Bad im Sankt-Lorenz-Strom, bei dem sich ihm mehrere Weißwale bis auf eineinhalb Meter näherten. "Das war ein magischer Moment", sagte Hackenberger.

Gar kein Happy End
1986 kam Angus in den Zoo bei Toronto und trug dort im Laufe der Jahre Tausende von Kindern auf seinem Rücken. Er wuchs und wuchs und wurde schließlich zu groß für den Zoo. Deshalb entschied sich Hackenberger, ihn nach Südafrika auszufliegen. Er buchte dafür ein ukrainisches Militärflugzeug zum Transport schwerer Panzer. Gegen den Fluglärm sollte Angus Ohrenstöpsel bekommen. Doch nun hat sein vorzeitiger Tod das Happy End zunichte gemacht.

Foto: Symbolbild