Wer rettet unser Freibad? Mit diesem Hilferuf, der vorrangig über soziale Medien verbreitet worden ist, hat man in Kreuzstetten im Bezirk Mistelbach viel Aufsehen erregt. Was in diesem Fall vorrangig ein Appell an die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung war und mit nicht allzu hohen Investitionskosten in die Anlage selbst einhergehen würde, ist leider nicht der Regelfall.
In Kreuzstetten fehlte für die heurige Freibad-Saison nämlich ein Pächter – daher entschied man sich für eine Art Notfallplan: „Sollten sich genug Freiwillige finden, die bereit wären auch nur einen einzigen Tag oder mehrere die Badeaufsicht zu übernehmen, könnten wir zumindest zeitweise aufsperren“, appellierte die Gemeindeführung an die Ortsbewohner. Sogar bei Schwimmhelfer-Scheinen würde die Gemeinde unterstützen, um einen ordentlichen Betrieb zu gewährleisten, sagt Ortschef Peter Ullmann zur „Krone“.
Die Aktion hat viel Aufsehen erregt. Es haben sich schon einige Interessenten gemeldet. Wir sind nun am Abwägen und guter Dinge, dass das Bad heuer öffnen wird.

Peter Ullmann, Ortschef von Kreuzstetten
Bild: Gemeinde Kreuzstetten
Pulkau hat Pächterin – Renovierungskosten sind Gemeinde aber zu hoch
Während in Kreuzstetten die Gemeinde eine treibende Kraft für die Öffnung des Freibades ist, genügten in Pulkau im Bezirk Hollabrunn nicht mal 1760 Unterschriften, um die Kommune dazu zu bewegen, ähnliche Anstrengungen zu organisieren. Im Gegenteil: Dort überlässt man es Pächterin Claudia Silberbauer, Lösungen für die anstehenden Sanierungsarbeiten zu finden – Arbeitsgruppen von Bürgern sollen die Planung anstehender Finanzierungen übernehmen. Pulkaus Bürgermeister Leo Ramharter will nicht 114.000 Euro investieren, da im Gegenzug nur mit etwa 22.000 Euro Einnahmen gerechnet wird.
Ein Buffet ohne Bad kann genauso wenig bestehen wie ein Bad ohne Konsumationsgelegenheit.
Waldbad Pulkau-Pächterin Claudia Silberbauer
Klickaktion von Pächterin & Freunden im Internet brachte 1760 Stimmen
Viele Bürger waren bei der Übergabe der Unterschriften im Gemeindeamt dabei, konnten den Gemeindechef aber nicht überzeugen, Zugeständnisse zu machen. „Investitionen ins Bad ergeben keinen Sinn, wenn in der näheren Umgebung sehr viele Freibäder bereitstehen“, erklärt Ramharter.
Ich war in meiner Jugend selbst begeisterter Besucher des Waldbades. Wir haben laufend investiert, leider ist die Anlage zu überaltert.

Leo Ramharter, Bürgermeister von Pulkau
Bild: Gemeinde Pulkau
Pächterin setzt auf Selbsthilfe, Gemeinde wartet Ergebnis vorerst ab
Allerdings: Anderswo wird sehr wohl investiert – und die Einwohnerzahl ist dort nicht unwesentlich höher oder gar weniger. Aber so lässt man Pächterin Silberbauer auch an Sonnentagen wohl im Regen beziehungsweise allein im Badbuffet stehen. „Ich werde nun mit Freibad-Fans Arbeitsgruppen bilden, vielleicht kann man doch eine Lösung finden.“
Freibad in Hainburg an der Donau öffnet nach gesperrter Saison wieder
Gute Nachrichten kommen indes aus Hainburg an der Donau: Hier soll das Freibad nach einer Sperre im Sommer des Vorjahres heuer wieder geöffnet werden.
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