Experten haben beim ersten steirischen Bildungsgipfel Vorschläge präsentiert, wo es Änderungen in der Kinderbetreuung braucht. Die Opposition sieht die blau-schwarze Landesregierung nun unter Zugzwang.
Am Dienstag fand der erste steirische Bildungsgipfel statt. Der zuständige Landesrat Stefan Hermann (FPÖ) kam damit einer Forderung der KPÖ nach. Experten und Expertinnen waren geladen, zu verschiedenen Themenblöcken zu referieren. Auch die Bildungssprecher der Parteien und Klubobleute waren vor Ort. Im Fokus stand jedoch die Expertenmeinung.
Konkrete Vorschläge
Tatsächlich wurden konkrete Anliegen auf den Tisch gelegt: So pochen die Experten darauf, die Gruppengröße in Kindergärten weiter abzusenken. Diese Maßnahme wurde ja vorübergehend auf Eis gelegt, weil Gemeinden dadurch finanziell unter Druck geraten. Denn weniger Kinder pro Gruppe heißt: Es braucht in Summe mehr Gruppen, ergo mehr Betreuungsplätze.
Dennoch bleibt der Wunsch: Gruppen müssten weiter verkleinert werden, der Betreuungsschlüssel pro Kind würde sich dadurch verbessern. Allerdings haben die Gemeinden, die ja stark finanziell belastet sind, zu wenig Geld für den Bau neuer Kindergärten. Hier bräuchte es bessere Förderungen. Bei den Krippen müsste man die Öffnungszeiten ausdehnen, damit die Vereinbarkeit von Kind und Beruf möglich ist. Auch eine umfassende Inklusionsstrategie und eine Neuregelung der Leiterinnenfreistellung wurden unter anderem genannt.
Folgt auch die Umsetzung?
„Landesrat Hermann ist nun gefordert, die Anliegen ernstzunehmen und sie in das kommende Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz einfließen zu lassen“, sagt Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ). NEOS-Bildungssprecher Niko Swatek ergänzt: „Tun ist das Zauberwort.“ Laut ihm seien viele engagierte Personen am Dienstag zu Wort gekommen, auch Lösungen wurden von den Expertinnen und Experten präsentiert. Jetzt brauche es die Umsetzung.
„Der Erfolg dieses Gipfels hängt davon ab, ob Verbesserungen eintreten“, meint auch SPÖ-Bildungssprecherin Chiara Glawogger. ÖVP-Klubobmann Lukas Schnitzer sagt: „Die Sicherung und Weiterentwicklung der qualitätsvollen Kinderbildung- und -betreuung ist nicht nur eine sozial- oder bildungspolitische Frage, sondern auch eine klare Standort- und Wettbewerbsfrage.“ Er meint, das Ziel am Dienstag war, „genau zuzuhören“. Landesrat Hermann zeigte sich mit den Resultaten „mehr als zufrieden“ und bedankte sich bei allen Teilnehmern für den Austausch.
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