102.000 Tirolerinnen und Tiroler sind armutsgefährdet. Hilfe finden sie bei der Caritas. Am 1. März beginnt in der Diözese Innsbruck wieder die Haussammlung. Im Fokus steht das Thema Einsamkeit, denn wer armutsgefährdet ist, wird oft vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen.
Danijel ist noch ein Kind, als es plötzlich in seiner Gegend kein Essen mehr gibt. In der kriegserschütterten Region Herzegowina stellt er sich mit seiner Familie alle paar Tage an, um von der Caritas Lebensmittel zu erhalten. Der kleine Danijel fragt sich, woher die Caritas so viel Essen hat. Er stellt sich vor, dass da wahrscheinlich ein Millionär in Deutschland oder Österreich dahintersteckt, der viel zu viel Geld hat. Mittlerweile ist Danijel Juric Diakon in der Pfarre Rietz und Pastoralassistent im Seelsorgeraum Telfs.
Und mittlerweile weiß er: Kein Millionär steckt hinter der Caritas. Es sind ganz normale Menschen, die geben, was sie können. Seit 1950 finden Haussammlungen statt, bei der Freiwillige von Tür zu Tür gehen. Auch dieses Jahr wird die Caritas-Haussammlung im März stattfinden, Danijel Juric ist seit vielen Jahren einer der 1200 Ehrenamtlichen.
Die Haussammlung ist gelebte Solidarität. Die Freiwilligen sammeln nicht nur Geld für die Caritas – sie bringen auch Aufmerksamkeit, die im Alltag oft fehlt.
Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb
Mit nur 15 Euro am Tag über die Runden kommen
Das gesammelte Geld wird für soziale Projekte und Katastrophenhilfe verwendet, zehn Prozent bleibt bei den Pfarren selbst. Dort kommt es häufig zum Einsatz, wenn eine Familie Unterstützung braucht, nach einem Haus- oder Bauernhofbrand etwa.
Heuer steht die Spendenaktion im Zeichen der „Einsamkeit“. Acht Prozent der Menschen fühlen sich in Österreich immer einsam, 28 Prozent zumindest manchmal. Armut und Einsamkeit hängen außerdem zusammen, führt Elisabeth Rathgeb, Direktorin der Caritas, aus. Denn wer an oder unter der Armutsgrenze lebt, wer kein Geld für einen Kaffee oder Kino hat, wird vom gesellschaftlichen Leben oft ausgeschlossen.
Nach Miete und Energiekosten bleiben vielen Klienten der Caritas-Sozialberatung oft nur mehr rund 15 Euro pro Tag für Lebensmittel, Mobilität, Kleidung und Versicherungen. Die Caritas biete viele Angebote, wie die Glücksspaziergänge im Stubai, um der Einsamkeit die Stirn zu bieten. Bischof Hermann Glettler: „Unsere Freiwilligen schenken nicht nur einen Moment ihrer Zeit, sondern ein offenes Ohr und echte Aufmerksamkeit.“
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