Ortschef bleibt hart

Parkgebühr teurer als Essen: Abzocke in Bergdorf!

Tirol
08.02.2026 14:00

Für die Zeit eines kurzen Spaziergangs muss man im beschaulichen St. Sigmund im Sellrain (Tiroler Bezirk Innsbruck-Land) außergewöhnliche acht Euro Parkgebühr zahlen. Ausflügler bleiben fern, der örtliche Bürgermeister versteht die Kritik nicht und will nichts ändern.

„Hier ist die Parkgebühr teurer als mein Essen!“ So hat vor einem Jahr die Wirtin der Gleirschalm im Sellraintal die von der Gemeinde St. Sigmund von fünf auf acht Euro angehobene Parkgebühr am Eingang ins Gleirschtal kommentiert. Knapp eine halbe Stunde geht man von dem Parkplatz zu der gerade bei Familien und Rodlern sehr beliebten Alm.

Almbesitzer massiv verärgert
Die Wirtin hat die Alm inzwischen verlassen, die Parkgebühr blieb auf dem Gipfel – ohne Möglichkeit einer zeitlichen Staffelung. Das ärgert auch Hansjörg Witting, den Besitzer der Gleirschalm, ganz massiv.

Spaziergänger bleiben wegen Parkgebühr aus
„Man sieht kaum noch Sellraintaler, die in St. Sigmund oder ins Gleirsch spazieren gehen“, schildert er. Bitter ebenfalls für jene Einheimischen, die hinter der Alm die Riegelkapelle besuchen wollen. Die gilt in der Region als eine Art Wallfahrtsort. Besonders betroffen sind zudem jene, die nur für Kaffee und Kuchen zur Gleirschalm spazieren oder einen kurzen Rodelausflug dorthin unternehmen möchten.

Zitat Icon

Man sieht kaum noch Sellraintaler, die in St. Sigmund oder ins Gleirsch spazieren gehen.

Hansjörg Witting, Besitzer der Gleirschalm

Ortschef lehnt Lösungsvorschlag ab
Deshalb hat Witting kürzlich dem St. Sigmunder Bürgermeister Anton Schiffmann die Parktarife von Scharnitz im Tiroler Karwendel geschickt. Dort fallen die Gebühren günstiger aus und schließen eine zeitliche Staffelung mit ein. „Das wäre eine Lösung, mit der alle zufrieden wären“, meint Witting.

Schiffmann hat jedoch keine Adaptierung im Sinn. „Derzeit sind keine Änderungen angedacht“, betont er gegenüber der „Krone“. Eine Staffelung lehnt der Ortschef ebenfalls ab.

Grundeigentümer brachte Erhöhung ins Rollen
Die Parkflächen – auch jene in Lüsens und Praxmar – seien angepachtet, die Gebühren in Absprache mit den Grundeigentümern festgelegt. Einer der Grundeigentümer, Lois Melmer vom Gasthof Praxmar, hatte die Erhöhung vor einem Jahr ins Rollen gebracht.

Parken in Nachbarorten viel günstiger
St. Sigmund steht mit der Parkgebühr in der Region jedenfalls völlig isoliert da. Im Lüsener Tal kostet ein Ticket für den Parkplatz der Juifenalm nur vier Euro, ebenso jenes am Eingang ins Fotscher Tal.

Und auch tirolweit sind die acht Euro wohl der Everest der Parkgebühren.

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