07.05.2014 19:56 |

In USA erschossen

Musste deutscher Schüler wegen Mutprobe sterben?

Musste der deutsche Austauschschüler Diren D. wegen einer Mutprobe sterben? Mehr als eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf den Hamburger im US-Bundesstaat Montana sind jetzt neue Details bekannt geworden: Der 17-Jährige soll gemeinsam mit einem Freund mehrfach in Garagen in der Ortschaft Missoula, wo der Teenager sein Austauschjahr absolvierte, eingedrungen sein, erklärte der Verteidiger des Todesschützen am Dienstag.

Die beiden Jugendlichen seien der Aussage des Freundes zufolge "bei mindestens drei oder vier verschiedenen Gelegenheiten" in Garagen der Universitätsstadt in den Rocky Mountains eingedrungen, erklärte Anwalt Paul Ryan. Das sogenannte "Garage Hopping" soll eine bei den Schülern der Big Sky High School in Missoula verbreitete Mutprobe sein.

Ziel der Mutprobe ist es, alkoholische Getränke aus Kühlschränken - die viele US-Amerikaner in der Garage stehen haben - zu entwenden. Der Lokalzeitung "The Missoulian" zufolge war der Freund von Diren D. ebenfalls ein Austauschschüler. Er stammt demnach aus Ecuador und sei mittlerweile in seine Heimat zurückgekehrt.

Der Schütze beteuert seine Unschuld
Der Hausbesitzer Markus Kaarma hatte den deutschen Austauschschüler in der Nacht zum 27. April in seiner Garage erschossen. Der 29-Jährige, der sich wegen vorsätzlicher Tötung vor Gericht verantworten muss, beteuert, er habe sich gegen einen Einbrecher wehren wollen. Die Staatsanwaltschaft hegt aber den Verdacht, dass Kaarma nicht aus Notwehr handelte, sondern mit dem Gewehr auf der Lauer lag.

Der Feuerwehrmann lebt zusammen mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen zehn Jahre alten Sohn in dem Haus. Der 29-Jährige bestreitet nach Angaben seines Verteidigers, die Garagentür offen gelassen zu haben, um einen Einbrecher anzulocken. Vielmehr hätten er und seine Lebensgefährtin in der Garage geraucht und das Tor zur Lüftung aufgelassen. Die Handtasche, die der Schütze als Köder ausgelegt haben soll, sei von draußen gar nicht sichtbar gewesen.

Bei seinem Mandanten sei vor der verhängnisvollen Nacht binnen weniger Wochen bereits zwei Mal eingebrochen worden, so sein Anwalt. Seine Lebensgefährtin habe die Einbrüche bei der Polizei gemeldet, die Behörden hätten aber nichts unternommen. "Markus hat einen hohen Grad an Furcht und Angst um sich und seine Familie verspürt", hieß es in Ryans Stellungnahme. Deshalb habe er seine Garage mit Bewegungssensoren und einer Überwachungskamera ausgestattet.

Todesschütze in Tatnacht unter Drogeneinfluss?
Die Ermittler prüfen unterdessen laut dem Bericht der Lokalzeitung, ob Kaarma in der Tatnacht möglicherweise unter dem Einfluss von Drogen stand. Im Haus wurde nach Angaben der Polizei Marihuana gefunden. Seine Lebensgefährtin habe zudem gegenüber einer Nachbarin geklagt, dass bei einem früheren Einbruch Marihuana-Utensilien gestohlen worden seien. Die Polizei machte bei Kaarma einen Bluttest. Die Ergebnisse dürften aber nicht veröffentlicht werden, solange die Untersuchungen laufen.

Der Leichnam von Diren D. war vergangene Woche von seinem Vater nach Hamburg überführt worden, wo am Wochenende eine Trauerfeier für den türkischstämmigen Jugendlichen stattfand (Bilder). Am Montag wurde der Jugendliche dann in Bodrum im Südwesten der Türkei beigesetzt.

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