Was im beschaulichen Neulengbach (NÖ) am Mittwochabend und in den Tagen zuvor passiert war, wird im Ort mit Sicherheit noch länger für Gesprächsstoff sorgen. Ein Räuber mit Manieren überfiel die Trafik – in der Konditorei gegenüber will man zuvor „finstere Gestalten“ beobachtet haben. Die Polizei ermittelt.
„Das ist ein Überfall! Geld her, bitte!“ Nicht nur das letzte Wort jener eindrucksvollen Sätze wird Trafikant Andreas Fuchs so schnell nicht vergessen. Der junge Mann, der Mittwoch exakt um 17.54 Uhr die Trafik am Neulengbacher Rathausplatz betreten hatte, hatte definitiv gute Manieren vorzuweisen. Dennoch kam er Fuchs gleich seltsam und „irgendwie verdächtig“ vor. „Er war ganz in Schwarz gekleidet“, erzählt er der „Krone“ beim Lokalaugenschein. Schwarze Hose, schwarze Jacke, schwarze Kapuze, schwarze Haube und Schlauchschal, der tief ins Gesicht gezogen war.
20 Zentimeter großes Küchenmesser in der Hand
Einen kleinen Rucksack in der linken Hand, in dem seine rechte Hand steckte: so stand der Räuber, wie berichtet, direkt vor dem Trafikanten. Er forderte erst zwei Packungen Zigaretten, zückte dann ein 20 Zentimeter großes, vollkommen schwarzes Küchenmesser – und hielt es drohend in Richtung von Andreas Fuchs. Der seine Kassenlade öffnete, aber erklärte, er habe so kurz vor Ladenschluss schon abgerechnet und daher kaum noch Bargeld.
Er gab dem Räuber Fünf-Euro- und Zehn-Euro-Scheine. Der gab sich damit zufrieden, drehte sich noch einmal um. Und sagte: „Es tut mir leid.“
Da es kurz vor Kassenschluss war, sagte ich zu ihm, ich habe schon abgerechnet. Er gab sich mit einigen Fünf- und Zehn-Euro-Scheinen zufrieden.

Trafikant Andreas Fuchs im „Krone“-Gespräch
Bild: Imre Antal
Ortsüblicher Dialekt, etwa 25 Jahre alt
Wer der höfliche Messer-Räuber ist, ist nun Sache der niederösterreichischen Kriminalpolizei. Der als etwa 25 Jahre alt beschriebene Mann flüchtete wohl zu Fuß durch den Ort, eine Fahndung blieb bisher ohne Erfolg.
Das Landeskriminalamt Niederösterreich erbittet sachdienliche Hinweise zum circa 1,85 Meter großen, hellhäutigen und schlanken Täter, unter der Telefonnummer 059133-30-3333. Auffällig: Der Mann soll in ortsüblichem Dialekt gesprochen haben.
Wer saß tagelang in Konditorei und tuschelte?
Womöglich einen kleinen Beitrag zur Erfassung des Räubers kann mit Konditoreimitarbeiter Andi Lischkar ausgerechnet ein langjähriger Staatsdiener leisten. Der Ex-Polizist, der auch verdeckt im Drogenmilieu ermittelt hatte, erzählt der „Krone“ von „finsteren Gestalten“, die tagelang bei ihm in der Konditorei am Fenster saßen. „Sie tuschelten, schauten immer wieder zur Trafik hinüber“, schildert Lischkar die verdächtigen Szenen. Ob sie mit der Tat etwas zu tun haben, ist völlig unklar. Auch wenn nicht, bittet Lischkar die beiden Herren, sich bei der Polizei zu melden.
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